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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Pokémon Go – Trainiert man als Spieler Kampfdrohnen?
Netzwelt

Pokémon Go – Trainiert man als Spieler Kampfdrohnen?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 15. Juli 2026 20:48
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Pokémon Go ist ein recht ausgeklügeltes Tech-Spiel. Augmented-Reality wird mit Satellitenortung und Mobilfunk kombiniert. Als Spieler sucht man die virtuellen Pokémon-Figuren, die mit einer realen GPS-Position verknüpft sind. Während der Suche scannt man mit der Handy-Kamera immer wieder die eigene Umgebung ab, bis irgendwann vielleicht eine der ulkigen Figuren im Bildschirm auftaucht, weil man den Geopunkt erreicht hat.

Inhaltsübersicht
Online-Community debattiert schon längerGigantisches Geo-Gedächtnis für MaschinenKriegseinsätze schon seit 2024 als OptionBetreiben Manager Haarspalterei?

Online-Community debattiert schon länger

Das soll nicht nur Spaß machen, sondern fördert auch massenweise Umgebungsdaten, Bilder von Straßen, Gebäuden oder Plätzen. Ein wahrer Schatz für die datenhungrige IT-Industrie – und warum den nicht zu Geld machen, etwa in der Rüstungsindustrie? In Internet-Foren – etwa auf Reddit – wird seit geraumer Zeit darüber diskutiert. User erklären immer wieder ihre Enttäuschung. Was aber ist dran an solchen Berichten?

Gigantisches Geo-Gedächtnis für Maschinen

Niantic, die US-Firma hinter Pokémon Go, hat aus den vielen Milliarden Fotos, die Spieler gemacht haben, ein KI-Modell kreiert. Dabei handelt es sich im Prinzip um ein immenses digitales Geo-Gedächtnis der ganzen Welt. Das soll Maschinen helfen, sich ohne GPS orientieren zu können. 2025 wurde diese Daten-Sparte als eigene Firma ausgegliedert, unter dem Namen Niantic Spatial. Das Spiel selbst, Pokémon Go, wurde an einen saudi-arabischen Konzern verkauft.

Kriegseinsätze schon seit 2024 als Option

Niantic Spatial fing erst mal harmlos an und bewarb seine Technik zunächst als Orientierungshilfe für Lieferroboter in Innenstädten. Im Dezember 2025 wurde allerdings eine Partnerschaft mit dem Rüstungsunternehmen Vantor geschlossen. Inzwischen bekennt sich Niantic Spatial auch auf seiner Seite auch offen zum Rüstungsgeschäft. Das Ziel: Drohnen sollen auch navigieren können, wenn Satellitensignale gestört oder blockiert sind, sprich bei Kriegseinsätzen. Im Tech-Nachrichtenportal 404 räumte ein Niantic-Manager sogar schon 2024 ein, dass die Verwendung der Spiele-Daten für Kriegseinsätze eine Option sein könnten.

Betreiben Manager Haarspalterei?

Die Unternehmen versuchen, das Verwenden der Spiele-Daten kleinzureden. Auf Nachfrage der niederländischen Zeitung „Trouw“ dementierte Vantor, Daten von Pokémon Go direkt zu verwenden. Gleichzeitig wollte die Rüstungsfirma nicht ausschließen, dass mit diesen Daten KI-Modelle trainiert worden seien, die wiederum Drohnen bei ihren Einsätzen dienen können. Ein Sprecher von Niantic Spatial berief sich in einem Interview mit dem britischen „Guardian“ darauf, dass die User die entsprechenden Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen abgesegnet hätten.

In den geführten Online-Debatten lassen sich viele User nicht auf diese feinen Unterschiede ein. Ein Reddit-Kommentar lautet etwa: „Ich habe die App sofort deinstalliert, als sie mich aufforderte, ein Gebäude zu scannen …“ Ein anderer: „Kinderspiele, die benutzt werden, um Morddrohnen zu trainieren (…) Wir leben in der schlimmsten, bösartigsten Zeitlinie, die es geben kann.“

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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