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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Mobilfunk-Frust: Versorgung mit 5G oft besser als gefühlt?
Netzwelt

Mobilfunk-Frust: Versorgung mit 5G oft besser als gefühlt?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 15. Juli 2026 09:47
Von Benjamin Lehmann
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5 min. Lesezeit
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Es bleibt ein Ärgernis: Unterwegs in der Bahn oder mit dem Auto brechen Gespräche oder Internetverbindungen via Smartphone gefühlt ständig ab, wenn sie denn überhaupt zustande kommen. Eine europaweit durchgeführte Studie der Unternehmensberatung „BearingPoint“ zeigt, dass hierzulande nur 13 Prozent mit ihrem Mobilfunknetz zufrieden sind – der Durchschnitt in Europa liegt bei 58 Prozent.

Inhaltsübersicht
Bayern sammeln besonders fleißig DatenBerchtesgaden bleibt ProblemfallOffiziell über 90 Prozent Netzabdeckung – kann das sein?Wie erklärt sich der User-Frust?Viele graue Flecken in BayernWarum die Netzbetreiber oft nicht ausbauen

Die Bundesnetzagentur versucht nun seit geraumer Zeit, mit der App „Mobilfunk-Check“ mehr Objektivität ins Spiel zu bringen. Einmal aktiviert, läuft sie in der Hosentasche mit und registriert den Empfang den ganzen Tag über.

Bayern sammeln besonders fleißig Daten

Um die App bekannter zu machen und mehr Informationen zu bekommen, hat die Netzagentur nun zum zweiten Mal eine sogenannte Mobilfunkmesswoche abgehalten. Die Ergebnisse werden gerade ausgewertet, aber soviel ist schon publik: 60.000 Nutzerinnen und Nutzer haben mit der App knapp 20 Millionen Messpunkte erfasst. In Bayern waren die User mit gut drei Millionen Messungen besonders fleißig.

Berchtesgaden bleibt Problemfall

Wer sich einen Überblick über das deutsche Mobilfunknetz verschaffen will, muss in die sogenannte Breitbandmessung Mobilfunkkarte schauen. Dorthin fließen die Ergebnisse der Check-App. Auf der Karte ist Bayern dunkelgrün gefärbt, das heißt, in den meisten Fällen wurde ein Datendownload zwischen 30 und 100 Megabit pro Sekunde gemessen. Das ist absolute Mitte. Spitze wären 300 Megabit oder mehr. Das Berchtesgadener Land ist davon besonders weit entfernt. Matthias Podolski, Pressesprecher der Bundesnetzagentur, begründet das damit, dass die Gegend wegen des Naturschutzes und der Berge für den Mobilfunk nur schwer zu erschließen sei.

Offiziell über 90 Prozent Netzabdeckung – kann das sein?

Die jüngste Auswertung der Bundesnetzagentur kommt zu dem Ergebnis, dass deutschlandweit 95 Prozent der Fläche mit 5G-Mobilfunk abgedeckt sind. In Bayern sind es knapp 93 Prozent.

Aber wie passt dieser relativ gute Wert zum allgemeinen Handy-Frust? Tatsächlich verlässt sich die Bundesnetzagentur erst einmal auf die Angaben der Netzbetreiber, also Deutsche Telekom, Telefónica, Vodafone und 1&1.

Um gegenzuchecken, sind jene Messungen der User wichtig, wie sie jetzt gerade verstärkt stattgefunden haben. Allerdings gibt es laut Netzagentur gar nicht so große Abweichungen.

Wie erklärt sich der User-Frust?

In der Zahl 93 Prozent stecken noch zwei weitere Informationen: Zum einen gibt es in sieben Prozent der Fläche eben gar kein 5G. Zum anderen zählen zu den 93 Prozent auch jene Gebiete, in denen nicht alle Netzanbieter 5G zur Verfügung stellen. Wenn man also einen Vertrag bei O2 hat, bringt es nichts, wenn am Wohnort nur die Telekom einen Handymast betreibt. Solche Gebiete werden als graue Flecken bezeichnet und von denen gibt es immer noch mehr als genug.

Viele graue Flecken in Bayern

Wer etwas tiefer in die Statistik der Bundesnetzagentur eintaucht, sieht: 13 Prozent der Fläche in Deutschland sind grau, das heißt, mindestens einer der Netzanbieter ist hier nicht verfügbar (weder mit 5G noch mit 4G). Bayern rangiert beim Länder-Vergleich mit 15 Prozent weit unten. Und innerhalb des Freistaats stehen neben Berchtesgaden etwa Bad Tölz, Miltenberg und Main-Spessart besonders schlecht da. In diesen Landkreisen müssen die User mit rund 30 Prozent Grau klarkommen.

Warum die Netzbetreiber oft nicht ausbauen

Dass es vor allem in ländlichen Regionen zu wenig Handymasten gibt, liegt nicht unbedingt nur an den Netzbetreibern. Hannes Rügheimer ist Autor des vielbeachteten Netztests der Fachzeitschrift Connect. Er verweist auf Klagen der Mobilfunkgesellschaften, die sich schwertun, geeignete Standorte zu finden. Die Unternehmen kämpften etwa mit Widerständen in der Bevölkerung oder mit Genehmigungen, die sich in die Länge ziehen.

Manchmal, sagt Rügheimer, wenn es für keinen der Netzbetreiber wirtschaftlich attraktiv sei, Masten zu bauen, tue man sich auch zusammen. Das hilft den Nutzern, ist aber die Ausnahme, denn das Gesetz sieht nicht Kooperation, sondern Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt vor.

 

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Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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