Sie sollen Beitragsgelder in fragwürdige Fonds der Verius Capital AG angelegt haben, ingesamt 28 Krankenkassen und kassenärztliche Vereinigungen. 17 Krankenkassen konnten die Journalisten von NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ (externer Link, möglicherweise Bezahl-Inhalt) identifizieren. Die Kassen und Ärztevereinigungen sollen Beitragsgelder in Fonds gesteckt haben, die später in Schieflage gerieten – mindestens 170 Millionen Euro gingen den deutschen Einrichtungen dadurch verloren. Bis zu 50 Millionen Euro soll allein die kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, KVBW, verloren haben.
KVBW kritisiert Banken
Den Recherchen zufolge haben die KKH, die Pronova BKK, die BKK Gildemeister Seidensticker, die Novitas BKK, die MKK Meine Krankenkasse, die IKK Südwest, die AOK Bremen, die Bahn BKK, die BKK Pfalz, die Siemens BKK und die Viactiv Krankenkasse investiert. Hinzu kommen die KVen aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Berlin, Bremen und Westfalen-Lippe. Die KVBW wirft den beteiligten Finanzinstituten vor, sie über die Risiken des Investments getäuscht zu haben. Die Finanzinstitute bestreiten das.
Klage auf Schadensersatz
Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KV) dürfen laut dem Sozialgesetzbuch Beitragsgelder am Kapitalmarkt anlegen, jedoch muss die Anlage besonders risikoarm sein. Ob das der Fall bei diesen Investments war, ist fraglich. Die Kassen und KVen haben die beteiligten Finanzinstitute auf Schadensersatz in Höhe der Investments verklagt.

