Wenn die K-Pop Band BTS im kommenden Juli für zwei Konzerte in der Münchner Allianz Arena auftritt, dann kommen die wichtigsten Vertreter eines kulturellen Genres nach Deutschland, das viel älter ist als BTS. „K-Pop begleitet uns spätestens seit Gang-Nam-Style“, sagt die Autorin Kara Atkin. Sie hat das Buch „K-Pop. 100 Seiten.“ geschrieben.
BTS: Dritte K-Pop-Generation
BTS, die 2013 ihre Debüt-Single veröffentlichten, zählen mittlerweile zur dritten Generation des K-Pop und gehören damit schon fast zur alten Riege. Die sieben Mitglieder sind fast alle über 30 Jahre alt. Zur aktuell fünften Generation gehörten etwa die sechsköpfigen Boy Next Door oder die Girlgroup Illit.
Dass K-Pop im Westen nicht nur bekannt, sondern richtig groß wurde, daran haben BTS allerdings einen maßgeblichen Anteil. „Man muss sagen, dass BTS K-Pop massentauglich gemacht hat, beziehungsweise im Mainstream verankert hat“, sagt Atkin. In den Mainstream gebracht habe K-Pop dann die zweite Generation mit Bands wie Big Bang.
Ein Stilmix, der mit den Genregrenzen bricht
Wie die meisten K-Pop Bands bedienen sich auch BTS einem großen Stilmix. Einen großen Einfluss hat dabei zwar die amerikanische Popmusik. K-Pop bewegt sich aber immer auch über die Genregrenzen hinweg und sprengt diese ganz bewusst, sagt K-Pop Expertin Atkin. Denn wenn man sich einen K-Pop-Song in seiner Struktur ansieht, dann folge der nicht dem klassischen Ablauf: Verse, Pre-Chorus, Chorus. „Sondern er hat absichtlich starke Variationen da drin. Damit die Hörenden über eine lange Zeit gefesselt sind.“
Im K-Pop geht es aber nicht nur um die Musik. Mindestens genauso wichtig ist das Drumherum. Perfekte Choreografien, perfekt inszeniert für die sozialen Medien und die Bühne. Daher werde auf die Bühnenshows immer sehr viel Wert gelegt. „Deswegen sind diese Shows sehr lang, sie sind sehr detailliert, sie sind sehr kostspielig. Aber gerade BTS – was die auffahren – sucht seinesgleichen“, sagt die Autorin Kara Atkin.
Vorverkauf startet am 24. Januar
Wer sich davon überzeugen will, was BTS am 11. und 12. Juli in München auffahren werden, der oder die kann ab heute (24.01.) ab 13 Uhr Tickets im Vorverkauf erwerben. Der Presale für Mitglieder der BTS-Army – sozusagen dem Fanclub der Band – war schon am 22. Januar gestartet.
Die glücklichen Ticketinhaber dürfte dann in jedem Fall eine perfekt choreografierte Show erwarten. Wobei es bei BTS eben nicht nur um die Perfektion gehe, so Atkin. Denn BTS seien nicht so beliebt, weil sie perfekt sind. „BTS sind primär so beliebt, weil sie eben versuchen mit diesem Bild auch zu brechen. Denn in den Songs geht es auch viel um diesen Druck perfekt sein zu müssen. Und um den Druck innerhalb der Gesellschaft.“
Eine Gesellschaft, in der von staatlicher Seite viel Geld investiert wurde, um südkoreanische Kultur zu fördern, aber auch zu exportieren. Und das mit Erfolg: Das zeigen Bands wie BTS, Serien wie Squid Game und Filme wie Parasite. Kultur als Soft Power sozusagen. „Wir haben einen Shift oder einen Wechsel hin zu asiatischer Popkultur – und innerhalb der asiatischen Popkultur ist Südkorea einfach führend oder mit führend“, sagt Atkin.

