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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Trumps Zölle: Bürokratischer Aufwand immens, Nutzen fraglich
Wirtschaft

Trumps Zölle: Bürokratischer Aufwand immens, Nutzen fraglich

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 23. Januar 2026 08:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Wer sich aktuell mit den Zöllen zwischen USA, EU und China beschäftigt, stößt schnell auf solche Formulierungen: „Aufgrund sehr kurzfristiger politischer Entscheidungen“, so steht es zum Bespiel auf der Seite der IHK Pfalz (externer Link), könne man „für die Aktualität, Vollständigkeit und Korrektheit der Informationen auf dieser Seite nicht garantieren.“ Es wird empfohlen, sich bitte in verschiedenen Quellen zu informieren. Schon dieses kleine Beispiel zeigt: Die Welt der Zölle ist weitaus komplexer als es das transatlantische Getöse derzeit vermuten lässt.

Inhaltsübersicht
Die US-Stahlzölle und ihre FolgenJedes Produkt wird in Einzelteile dividiertZölle bestimmen zunehmend internationalen HandelZolleinnahmen fließen, Inflation steigtSteuern steigen um über 1.000 Euro je Haushalt

Die US-Stahlzölle und ihre Folgen

Seit März 2025 verlangen die USA für die Einfuhr von Stahl- und Aluminiumprodukten zusätzliche Zölle. Allerdings wird hier nicht jedes Produkt gleich behandelt. Die Außenwirtschaftsagentur des Bundes, GTAI verweist auf lange Listen mit Zolltarifnummern von Waren, die von den Zöllen betroffen sind. Dort können Unternehmen dann prüfen, ob ihre Produkte darunter fallen (externer Link).

Betroffene US-Importe aus der EU werden mit 50 Prozent zusätzlich belastet. Kommen sie aus Großbritannien, sind dagegen 25 Prozent fällig. Aber das ist noch nicht alles, denn es müssen auch Waren berücksichtigt werden, die nur teilweise aus Stahl oder Aluminium bestehen, wie zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge, Haushaltsgeräte, oder Sofas.

Jedes Produkt wird in Einzelteile dividiert

Der Stahl- oder Aluminiumanteil muss herausgerechnet werden, falls hier Zusatzzölle verlangt werden. Die anderen Teile werden dann womöglich noch separat mit Zöllen belegt. Zusätzlich muss oft das Land des Schmelzens und Gießens mit angegeben werden.

Ähnlich kompliziert ist es übrigens bei Kupfer. Die USA verlangen auch hier mittlerweile Zusatzzölle. Für Waren, die nicht ausschließlich aus Kupfer bestehen, sollten der Wert des Kupferanteils und der Wert des Nicht-Kupferanteils getrennt angegeben werden.

Zölle bestimmen zunehmend internationalen Handel

Daneben werden von den USA Zusatzzölle für Fahrzeuge, Kfz-Teile, Halbleiter, Holz und Pharmazeutika verlangt. In exportorientierten Unternehmen sind immer mehr Mitarbeitende damit beschäftigt, sich einen Überblick über die vielen Maßnahmen zu beschaffen.

So beklagt man bei BMW, dass man die höchsten Zölle wegen der EU bezahlt und nicht wegen US-Präsident Donald Trump. Denn die EU verlangt für elektrische Autos aus China Zusatzzölle. Das trifft die BMW-Tochter Mini mit ihren elektrischen Modellen aus China, die mit 30,7 Prozent belegt werden. Für in die USA exportierte Autos werden dagegen 15 Prozent verlangt, seit im vergangenen Jahr ein entsprechendes Abkommen mit der EU erzielt wurde. Allerdings gelten für US-Importe in die EU nach wie vor die alten Sätze, da in der EU der Vertrag noch nicht ratifiziert ist.

Zolleinnahmen fließen, Inflation steigt

US-Präsident Donald Trump nutzt Zölle und Zolldrohungen nicht nur als Steuer- und Machtinstrument, um seine politischen Ziele zu erreichen. Sondern er hofft auch auf entsprechende Einnahmen – und die Gelder fließen tatsächlich. Die Zolleinnahmen sind im vergangenen Jahr steil angestiegen, laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft um 200 Milliarden Dollar.

Allerdings zahlen Studien zufolge häufig nicht die betroffenen ausländischen Firmen die Rechnung, sondern US-Bürger. Denn die Unternehmen schlagen die Zölle offensichtlich eins zu eins auf die betroffenen Produkte drauf oder exportieren weniger, wie eine Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft jüngst gezeigt hat (externer Link).

Steuern steigen um über 1.000 Euro je Haushalt

Zu diesem Ergebnis kommen die Wissenschaftler nach der Auswertung von Millionen Frachtbriefen und einer recht komplizierten Berechnung. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die wissenschaftliche Nichtregierungsorganisation Tax Foundation (externer Link). Die Trump-Zölle bedeuteten eine durchschnittliche Steuererhöhung pro US-Haushalt von 1.100 US-Dollar im Jahr 2025 und 1.500 US-Dollar im Jahr 2026, so ihr Fazit.

Mit den zum 1. November eingeführten und geplanten Zöllen steige der gewichtete durchschnittliche angewandte Zollsatz auf alle Importe auf 15,8 Prozent, und der durchschnittliche effektive Zollsatz, der Verhaltensänderungen berücksichtigt, steigt auf 11,2 Prozent – ​​der höchste Durchschnittswert seit 1943.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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