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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Milliarden-Vergleich: Bayer versucht Glyphosat-Befreiungsschlag
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Milliarden-Vergleich: Bayer versucht Glyphosat-Befreiungsschlag

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 18. Februar 2026 09:47
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Im jahrelangen Rechtsstreit des Agrarchemieunternehmens Bayer über Klagen zum Unkrautvernichter Roundup scheint es eine Einigung zu geben: Der Leverkusener Konzern hat nach eigenen Angaben einen milliardenschweren Sammelvergleich geschlossen. Die US-Tochter Monsanto habe sich auf eine langfristige Vereinbarung geeinigt, um sowohl anhängige als auch mögliche künftige Klagen beizulegen, teilte Bayer mit.

Inhaltsübersicht
Bayer will Glyphosat-Streit beilegenKonzernchef sieht wichtigen Meilenstein erreichtAltlasten von Monsanto-Übernahme durch BayerVerkauf von Glyphosat an Privatleute in den USA gestopptBörsianer greifen bei Bayer-Aktien zu

Bayer will Glyphosat-Streit beilegen

Mehrere Anwaltskanzleien der Klägerseite hätten einen entsprechenden Antrag auf vorläufige Genehmigung bei einem Gericht in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri eingereicht, hieß es. Der Vergleich sieht demnach Zahlungen von Bayer an die Kläger von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 6,1 Milliarden Euro) über einen Zeitraum von maximal 21 Jahren vor. Das Gericht in St. Louis muss nun aber noch über den Deal entscheiden.

Konzernchef sieht wichtigen Meilenstein erreicht

Bayer-Chef Bill Anderson sprach von einem wichtigen Meilenstein. „Die Vergleichsvereinbarung schafft zusammen mit dem Fall beim Supreme Court einen klaren Weg aus den Unsicherheiten durch die Rechtsstreitigkeiten“, sagte er. Damit bezog er sich auf die Doppelstrategie des Dax-Unternehmens. Denn parallel zur Einigung setzt Bayer auf ein Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs der USA.

Dabei wird im Wesentlichen geprüft, ob US-Bundesrecht Vorrang vor den Gesetzen der Bundesstaaten hat. Sollte der Supreme Court im Sinne von Bayer entscheiden, würde dies vielen Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise die rechtliche Grundlage entziehen. Ein Urteil wird bis zum Sommer erwartet. Der nun geschlossene Vergleich dient laut Beobachtern als eine Art Sicherheitsnetz für Fälle, die nicht unter ein solches Urteil fallen würden.

Altlasten von Monsanto-Übernahme durch Bayer

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat mit mehreren zehntausend Klagen zu kämpfen. Dabei handelt es sich um Altlasten der 2018 abgeschlossenen Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto. Kläger werfen Bayer vor, durch das im Unkrautvernichter Roundup enthaltene Glyphosat an Krebs erkrankt zu sein. Das Unternehmen habe unzureichend vor den Risiken gewarnt. Ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation hatte den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft.

Die US-Umweltbehörde EPA und Mehrere europäische Einrichtungen folgten dem nicht. Genauso weist der Glyphosat-Hersteller Bayer den Verdacht zurück, dass der Unkrautvernichter krebserregend sei. Das Unternehmen verspricht sich durch den nun mit den Klägern vereinbarten Vergleich eine Entlastung und mehr Planungssicherheit – ein „Schuldeingeständnis“ sei damit nicht verbunden, betonen die Leverkusener.

Verkauf von Glyphosat an Privatleute in den USA gestoppt

Bayer hat den Verkauf von Glyphosat an US-Privatkunden 2023 gestoppt, da diese die überwiegende Mehrheit der Kläger stellten. Doch die juristische Aufarbeitung zieht sich noch immer. Der Konzern hat im Jahr 2020 rund zehn Milliarden Dollar gezahlt, um einen Großteil der bis dahin anhängigen Klagen beizulegen. Eine Einigung über künftige Fälle scheiterte damals jedoch. Seither wurden immer neue Klagen eingereicht. Vor Gericht verzeichnete Bayer sowohl Niederlagen mit hohen Schadenersatzsummen als auch Siege.

Verbraucher- und Umweltorganisationen protestieren seit Jahren gegen den Einsatz des Unkrautvernichters. Weltweit ist Glyphosat der am meisten verwendete Inhaltsstoff in Pestiziden. Für Landwirte ist das Mittel weiterhin erhältlich. Umweltschützer kritisieren zudem, dass das Herbizid die Artenvielfalt und ganze Ökosysteme gefährde.

Börsianer greifen bei Bayer-Aktien zu

An der Börse ließ die Nachricht einen regelrechten Run von Anlegern auf Papiere von Bayer aus. Die Bayer-Aktie legte mehr als sieben Prozent zu und führte die Gewinnerliste im Dax an.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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