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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Anthropics Claude Fable ist wieder live
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Anthropics Claude Fable ist wieder live

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 2. Juli 2026 11:47
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Einer der spannendsten Krimis der KI-Geschichte ist vorerst beendet: Anthropic hat in seinem Chatbot Claude das jüngste Modell Fable 5 freigeschaltet (externer Link). Das war am 12. Juni gesperrt worden.

Inhaltsübersicht
Der Claude-Krimi in der RetrospektiveWarum die Sperrung Anthropic langfristig schaden könnteWie Anthropic Fable sicherer gemacht haben willWas Europa aus dem Fable-Desaster lerntIm Video: Wie Deutschland im KI-Krieg zerrieben werden könnte

Der Claude-Krimi in der Retrospektive

Kurz zuvor hatte Anthropic am 9. Juni 2026 die Claude-Modelle Fable 5 und Mythos 5 verfügbar gemacht. Nur drei Tage später sperrte Anthropic die Modelle und beugte sich damit einer Anordnung des US-Handelsministeriums. Das sah die nationale Sicherheit in Gefahr und forderte, allen Nicht-US-Amerikanern den Zugang zu verwehren.

Denn Fable soll es einem Amazon-Report zufolge geschafft haben, auf die mächtigen Cybersecurity-Fähigkeiten seines großen Bruders Mythos zuzugreifen. Mythos gilt als so mächtig und gefährlich, dass nur ausgewählte Firmen überhaupt darauf zugreifen dürfen. Dazu hat Anthropic ein Konsortium namens „Project Glasswing“ gegründet. Große Technologieunternehmen wie Apple, Amazon, Microsoft, Google und Cisco erhalten Zugang zu Mythos, um damit Schwachstellen in ihren eigenen Systemen aufzuspüren und zu schließen. Auch die Linux Foundation, die IT-Sicherheitsfirmen CrowdStrike und Palo Alto Networks gehören zu den Partnern. In Europa ist die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA Teil von Project Glasswing.

Warum die Sperrung Anthropic langfristig schaden könnte

Weil es für Anthropic technisch nicht umsetzbar war, die Modelle nur US-Bürgern zur Verfügung zu stellen, sperrte Anthropic den Zugang zu Mythos und Fable komplett.

Die Sperrung kam für Anthropic zur Unzeit: mitten in der heißen Phase seines Börsengangs. Nur elf Tage zuvor hatte das Unternehmen die vertraulichen IPO-Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht eingereicht, die Notierung ist für den Herbst geplant. Dass ausgerechnet jetzt die Regierung eingreift, dürfte manchen Investor nervös machen – weil es die Frage aufwirft, ob Anthropic an der Spitze bleiben kann, wenn Washington gezielt seine Modelle ausbremsen kann.

Wie Anthropic Fable sicherer gemacht haben will

Anthropic hat Fable in der Zwischenzeit einen neuen Sicherheitsfilter verpasst, der die von Amazon entdeckte Umgehungsmethode in mehr als 99 Prozent der Fälle blockieren soll.

Am 26. Juni hob das US-Handelsministerium seine Beschränkungen auf, so dass Anthropic zumindest Mythos wieder für einige ausgewählte Organisationen freigeben durfte. Am 30. Juni ließ das US-Handelsministerium dann auch alle anderen Bedenken fallen. Anthropic schaltet nun seit dem 1. Juli nach und nach alle Accounts für Fable frei.

Was Europa aus dem Fable-Desaster lernt

Von dem 18-tägigen Patt bleibt die Erkenntnis: Die US-Regierung kann eines ihrer Vorzeigeunternehmen binnen Stunden zwingen, seine Technik abzuschalten. Für Europa ist das ein weiterer Warnschuss – denn die Unternehmen hier sind zu großen Teilen abhängig von US-Software wie von Anthropic, Google, Microsoft und OpenAI.

Im Video: Wie Deutschland im KI-Krieg zerrieben werden könnte

 

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Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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