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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > BTS und die K-Pop-Maschine: Das harte Ausbildungssystem in Korea
Kultur

BTS und die K-Pop-Maschine: Das harte Ausbildungssystem in Korea

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 12. Juli 2026 09:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Zwei Konzerte – und zweimal ist die Allianz Arena ausverkauft. Die K-Pop-Band BTS macht ihren einzigen Deutschlandstopp auf ihrer Welttournee „Arirang“ am Samstag und Sonntag in München. Die sieben Bandmitglieder sind zum internationalen Aushängeschild des Korean Pop, kurz K-Pop, und zum Exportschlager für Südkorea geworden.

Inhaltsübersicht
Traumfabrik à la HollywoodDer harte Weg zum IdolMehr als klassisches ShowgeschäftDie perfekte Bühne und der Preis dahinterTräume als Geschäftsmodell

Sie leben den großen Traum, den viele andere akribisch verfolgen. Anders als bei vielen westlichen Bands steckt hinter dem Erfolg von K-Pop neben einer Marketing-Maschinerie auch ein ausgeklügeltes Ausbildungssystem, das Nachwuchstalente über Jahre formt.

Traumfabrik à la Hollywood

In sogenannten Academies werden die K-Pop-Stars von morgen ausgebildet. In Seoul liegt die Joy Dance Academy. Die Schule wirkt von außen unscheinbar. Doch hier haben einige Nachwuchstalente ihre ersten Schritte gemacht. Eine davon ist Hilly. Die 19-Jährige kommt aus Schweden und ist vor einem Jahr nach Südkorea gezogen. Ihr Ziel: K-Pop-Idol werden.

Der harte Weg zum Idol

„Idols“ werden die Stars genannt, die es durch das System schaffen und als Solo-Artist oder in einer Band debütieren. Das berühmteste Idol der Joy Dance Academy ist J-Hope von BTS. CEO Daehong Park erinnert sich gerne an ihn als eine Art Freund: „Kurz gesagt ist er jemand mit unglaublicher Leidenschaft, der trotz schwieriger Umstände mehrere Jahre lang durchgehalten hat.“

Wer K-Pop-Idol werden will, muss den hohen Standards der Branche entsprechen. Auch Hilly trainiert sieben Tage die Woche. „Ein K-Pop-Idol ist nicht nur Sänger, das sind Performer, die alles machen auf der Bühne: schauspielern, rappen, singen, tanzen“, sagt sie. Schon als Kind habe sie sich in diese Kunstform verliebt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich als weißes schwedisches Mädchen hierherkommen und so etwas tun könnte. Das hat sich so weit weg angefühlt.“

Rund 350 Euro zahlt Hilly monatlich für ihr Training. Gesang, neue Songs und komplexe Choreografien gehören zum Alltag. Dass sie es bis hierher geschafft hat, ist ein wichtiger Schritt – der Weg zum Idol ist aber noch weit.

Mehr als klassisches Showgeschäft

Dass der Weg zum Star hart ist, gilt auch für andere Bereiche der Unterhaltungsbranche. Die Besonderheit bei K-Pop: Künstler werden nicht erst entdeckt, wenn sie erfolgreich sind. Die Branche baut Talente über Jahre gezielt auf – mit einem festen Ausbildungssystem aus Gesang, Tanz, Aussehen, Auftreten und Medienpräsenz.

Wer es zum Idol schafft, wird meist Teil einer strategisch zusammengestellten Band oder startet als Solo-Artist. Der Erfolg etwa von BTS lässt sich allerdings nicht allein durch dieses System erklären. Die Band wurde auch durch ihre eigene Musik, ihre persönlichen Geschichten und die enge Verbindung zu ihren Fans weltweit erfolgreich.

Die perfekte Bühne und der Preis dahinter

Kihyun ist bereits dort, wo Hilly hinwill. Der 32-jährige Koreaner ist Mitglied der erfolgreichen K-Pop-Boygroup „Monsta X“ und tritt auch als Solo-Künstler auf.

Nach seinem Konzert bei einem Festival nahe Seoul erzählt er, dass Solo-Auftritte für ihn musikalische Freiheit bedeuten – anders als in der Band. Gleichzeitig beschreibt er den Druck des Idol-Alltags. Besonders nach der Veröffentlichung eines neuen Albums sei die Belastung enorm: „Wir haben nur zwei Stunden pro Tag geschlafen in der Zeit.“

Der Erfolg wirkt auf der Bühne mühelos. Dahinter stehen intensive Vorbereitung und ein eng getakteter Alltag. Genau diese Verbindung aus Perfektion, Ausbildung und Vermarktung unterscheidet K-Pop von vielen klassischen Musikerkarrieren.

Träume als Geschäftsmodell

Der Weg zum Idol folgt festen Stufen. Zunächst braucht es Talent und Training an lokalen Tanzschulen, erklärt CEO Daehong Park. Danach können sich Talente bei größeren Academies bewerben und versuchen, einen der begehrten Traineeship-Plätze bei Entertainment-Firmen zu bekommen.

Dort werden sie weiter ausgebildet, mit anderen Künstlerinnen und Künstlern zu Gruppen zusammengestellt und auf ein Debüt vorbereitet. Die Kosten übernimmt im Erfolgsfall die Firma. Kommt es nicht zu einem Debüt, müssen Trainees ihre Ausbildungskosten laut Brancheninsidern oft selbst tragen – teilweise mehrere hunderttausend Euro.

K-Pop ist deshalb beides: eine globale Erfolgsgeschichte und ein System mit hohen Erwartungen. Hinter Stars wie BTS stehen nicht nur Talent und Musik, sondern Jahre voller Training, Konkurrenz und die Hoffnung, irgendwann selbst auf der großen Bühne zu stehen.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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