Kaum ist die beeindruckende Sonnenfinsternis vom 12. August vorbei, folgt bereits das nächste Himmelsspektakel: Frühaufsteher können am 28. August 2026 eine partielle Mondfinsternis beobachten. Wer am frühen Morgen zum Himmel blickt, kann verfolgen, wie der Vollmond fast vollständig in den Kernschatten der Erde eintaucht.
Partielle Mondfinsternis: Ab wann sich der Blick in den Himmel lohnt
Um 3.23 Uhr erreicht der Mond den Halbschatten der Erde. Diese Phase ist mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen. Deutlich interessanter für Beobachterinnen und Beobachter wird die Finsternis ab 4.33 Uhr. Dann tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein. Von diesem Zeitpunkt an wird ein immer größerer Teil der hellen Mondscheibe vom Erdschatten bedeckt.
Das Maximum der partiellen Mondfinsternis ist um 6.12 Uhr erreicht, so die astronomischen Berechnungen von timeanddate.com (externer Link) für München. Dann sind rund 93 Prozent des Monddurchmessers vom Kernschatten der Erde bedeckt. Nur 19 Minuten später, um 6.32 Uhr, geht der Mond unter, wenige Minuten nach Sonnenaufgang.
Das Phänomen ist in Deutschland, Teilen Europas und Afrikas sowie in Nord- und Südamerika zu beobachten, allerdings unterscheiden sich die Zeiten für den Monduntergang je nach Standort.
Warum wird der Mond überhaupt dunkel?
Zu einer Mondfinsternis kommt es, wenn bei Vollmond Sonne, Erde und Mond genau auf einer Linie liegen. Dann zieht der Mond durch den Schatten, den die von der Sonne beleuchtete Erde ins All wirft. Würde die Mondbahn um die Erde exakt in der gleichen Ebene liegen wie die Erdbahn um die Sonne (Ekliptik), käme es bei jedem Vollmond zu einer Mondfinsternis. Doch die Mondbahn ist zur Ekliptikebene ein wenig geneigt, deshalb befindet sich der Vollmond meist über oder unter ihr.
Ob eine totale oder eine partielle Mondfinsternis entsteht, hängt davon ab, wie genau der Vollmond den Kernschatten der Erde trifft. Läuft der Mond vollständig durch den Kernschatten, kommt es zu einer totalen Mondfinsternis. Schneidet der Kernschatten die Mondscheibe nur teilweise, ist es eine partielle Mondfinsternis. Läuft der Mond dagegen nur durch den Halbschatten, spricht man von einer Halbschattenfinsternis.
Warum diesmal kein Blutmond zu sehen ist
Obwohl bei der Finsternis im August fast der komplette Mond im Kernschatten der Erde liegt, handelt es sich nicht um eine totale Mondfinsternis. Deshalb wird auch kein vollständig rötlicher, sogenannter Blutmond zu sehen sein.
Am vom Kernschatten bedeckten Rand kann der Mond jedoch trotzdem rötlich oder kupferfarben schimmern, wie die NASA (externer Link) erklärt. Das liegt daran, dass Sonnenlicht auf seinem Weg durch die Erdatmosphäre gefiltert wird. Blaues Licht wird dabei stärker gestreut, während rotes und oranges Licht die Atmosphäre eher durchdringt und den Mond erreichen kann. Der übrige Teil der Mondscheibe bleibt direkt von der Sonne beleuchtet.
Mondfinsternis folgt nur zwei Wochen auf die Sonnenfinsternis
Die Mondfinsternis am 28. August steht in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Sonnenfinsternis vom 12. August 2026. Zwischen beiden Ereignissen liegen 16 Tage. Das ist typisch für sogenannte Finsternissaisons: Wenn die Geometrie von Sonne, Erde und Mond passt, können innerhalb kurzer Zeit eine Sonnen- und eine Mondfinsternis auftreten.
Die Mondfinsternis am 28. August ist dabei eine besonders große partielle Finsternis. Erst am 31. Dezember 2028 wird in Deutschland wieder eine totale Mondfinsternis zu sehen sein.

