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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Gamescom: Brandneue Computerspiele im Publikums-Check
Netzwelt

Gamescom: Brandneue Computerspiele im Publikums-Check

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 25. August 2026 16:49
Von Benjamin Lehmann
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5 min. Lesezeit
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Mit der Entwicklerkonferenz Gamescom Dev – bisher bekannt als Devcom – sind schon viele Entwickler seit Sonntag in Köln. Die Besuchermesse aber beginnt traditionell mit der großen Onlineshow Gamecom Opening Night Live (externer Link) am Dienstagabend. In Trailern und Kurztalks werden viele der Spiele vorgestellt, die die Fans bis zum kommenden Sonntag auf der Gamescom anspielen können.

Inhaltsübersicht
1.600 Aussteller auf RekordflächeWichtigster Faktor: Streaming in alle WeltShows für Indie-Games und Spielen so schnell wie möglichDeutschland beim Gaming-Umsatz die Nummer 1 in EuropaPolitik hat Wirkmacht der Games erkanntBei der Spiele-Produktion auf den hinteren Plätzen

Das ist die eigentliche Ur-Idee: Die Messebesucher dürfen viele der meist noch nicht ganz fertigen Spiele ausprobieren und der Handel kann sich zugleich ein Bild machen: Wo herrscht der meiste Andrang, was sind die Hits im kommenden Weihnachtsgeschäft?

1.600 Aussteller auf Rekordfläche

Diese Idee funktioniert weiterhin sehr gut: Heuer werden mehr als 1.600 Aussteller aus mehr als 40 Ländern in Köln präsent sein. Neben vielen Spieleentwicklern und Studios sind auch Microsoft mit der Xbox und Nintendo mit der Switch II anwesend. Der dritte große Konsolenhersteller, Sony, hat erneut keinen Playstation-Besucherstand auf der Messe.

Die Ausstellungsfläche von mehr als 230.000 Quadratmetern ist dennoch erstmals vollständig ausgebucht. Dabei wächst vor allem der Bereich der Indie-Spiele überproportional: Mit mehr als 420 Unternehmen verzeichnet die „indie area“ ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreicht damit einen neuen Höchstwert.

Wichtigster Faktor: Streaming in alle Welt

Doch das Messegeschehen in Köln ist nur die Basis für den Teil, der der Messe weltweite Bedeutung verleiht: Viele der Events werden live ins Netz gestreamt und finden Millionen von Zuschauern. „Die Gamescom ist auch deswegen heute das wichtigste Event der Gameskultur auf der ganzen Welt, weil wir seit vielen Jahren uns schon hybrid aufstellen“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbands Game.

Die Zahl der Zugriffe sei im vergangenen Jahr auf über eine Milliarde Zugriffe gestiegen und das sei „ganz entscheidend, auch für die Aussteller, die ja viele Millionen investieren in ihren Auftritt.“

Shows für Indie-Games und Spielen so schnell wie möglich

Die Indie-Spiele hätten im Online-Stream beispielsweise eine Bühne bei der Gamescom Awesome Indies Show (externer Link). Diese und weitere Shows können im Gamescom-Studio mitverfolgt werden, beispielsweise auch das Gamescom GDQ. Das steht für Games Done Quick. Dabei versuchen Gamer, Spiele auf kreative Art so schnell wie möglich durchzuspielen.

Indie-Spiele sind vielfach auch die Spiele, die frische Ideen in die Games-Landschaft bringen. Denn die großen Studios setzen weiter vor allem auf bekannte Marken: vom neusten Witcher 3 und Star-Wars-Action-Abenteuer über Minecraft und Sportspiele für die Switch bis zu Simulationen in Landwirtschaft oder Bus-Verkehr.

Deutschland beim Gaming-Umsatz die Nummer 1 in Europa

Die Studios tun das nicht nur, weil neue Marken ein großes finanzielles Risiko darstellen, sondern vor allem, weil viele Gamer neue Abenteuer in bekannten Spielewelten erleben wollen. Dabei gehören Computerspiele für viele Menschen in Deutschland zum Alltag: Rund 39 Millionen, also mehr als die Hälfte der Bevölkerung, spielen laut Branchenverband Bitkom zumindest hin und wieder Computerspiele. Deutschland ist auch dadurch beim Umsatz die Nummer 1 in Europa und Platz 5 auf der Welt, sagt Felix Falk vom Game.

Und es sind nicht nur die Jungen, die zocken: Rund ein Viertel der über 64-Jährigen spielt Computergames. „Die Boomer-Generation spielte früher Pong am Fernseher und vertreibt sich heute mit Casual Games die Wartezeit am Flughafen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Politik hat Wirkmacht der Games erkannt

Dadurch ist die Gamescom etwas abseits der lauten Publikumshallen auch ein wichtiger Wirtschaftstreffpunkt für die Gamingbranche. Und auch die Politik hat die Zugkraft von Games inzwischen erkannt: Neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind dieses Jahr Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) in Köln.

Bei der Spiele-Produktion auf den hinteren Plätzen

Die Branche wird Bundesfinanzminister Klingbeil vor allem an den Fördervorsatz aus dem Koalitionsvertrag erinnern. Denn im Gegensatz zum Umsatz liegt Deutschland bei der Games-Produktion immer noch auf den hinteren Plätzen.

Das soll sich durch gezielte und planbare Steuerförderung ändern. Damit, so betont Falk, würde laut einer Studie vom Anfang des Jahres nicht nur die eigene Kultur in Spielen besser transportiert, sondern letztlich entfalte die Förderung Hebelwirkungen bei der Entwicklung neuer Technologien und bei der Zahl von Arbeitsplätzen. Und das schaffe unter dem Strich ein Plus durch mehr Steuereinnahmen – in Abwandlung eines alten römischen Mottos also: Brot durch Spiele.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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