Jahrelang schien klar: Auch wenn andere Dinge teurer werden, bei der Elektronik gehen die Preise eher nach unten. Ein Fernseher kostet heute nur noch einen Bruchteil des gleichwertigen Modells vor zehn Jahren, Speicherplatz und Rechenleistung von Laptops und Smartphones steigen jedes Jahr an, ohne mehr zu kosten.
Wird alle Elektronik teurer?
Doch nun dreht sich dieser Trend – und zwar quer durch die Regale. Apple erhöhte im Juni die Preise von 14 Produkten, darunter MacBooks und iPads. Das aktuelle MacBook Pro kostet nach mehreren Erhöhungen inzwischen 2.199 Euro – 400 Euro mehr als noch vor einem Jahr.
Apple ist damit nicht alleine: Einer Auswertung des Preisvergleichs Idealo zufolge (externer Link) kosten Laptops heute insgesamt rund 22 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im gleichen Zeitraum lag die allgemeine Inflation nur bei rund 3 Prozent.
Bei Spielekonsolen sieht es ähnlich aus. Die PlayStation 5 ist dieses Jahr 100 Euro teurer geworden, die Preise für die XBox sind zwischen 150 und 200 Euro gestiegen, und sogar die Nintendo Switch 2 ist historisch teuer.
Aber nicht alle elektronischen Geräte sind betroffen: Haushaltsgeräte beispielsweise verhalten sich nach wie vor normal.
Warum werden manche Geräte teurer?
Der Grund für die Preise liegt bei vielen Faktoren – aber besonders einer fällt ins Gewicht: Die Preise für Arbeitsspeicher. Das ist eine besondere Art von Speicher, in dem Computer und Smartphones alles ablegen, woran sie gerade arbeiten. Grob gesagt: Je mehr Arbeitsspeicher, desto leistungsfähiger der Computer.
Und gerade dieser Arbeitsspeicher hat seit neuestem einen wichtigen neuen Abnehmer: Die KI-Industrie. Große Rechenzentren, wie sie von Tech-Firmen wie Anthropic, OpenAI und Google gebaut werden, benötigen einen Spezialspeicher namens „High-Bandwidth-Memory“.
Das ist zwar nicht das gleiche wie der klassische Arbeitsspeicher, der in Laptops und Smartphones verbaut wird, kommt aber von der gleichen Quelle: Die drei großen Speicher-Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron können auf ihren Fertigungsanlagen entweder das eine oder das andere produzieren – und entscheiden sich im Zweifelsfall für die zahlungskräftigen KI-Kunden.

