Wenn getankt wird, fließt ein Großteil der Kosten an der Zapfsäule direkt in den Staatshaushalt. Beim Superbenzin (E10) lag dieser Anteil laut Statistikplattform Statista im Jahr 2026 bei 54 bis 57 Prozent. Beim Dieselkraftstoff betrug der staatliche Anteil knapp die Hälfte: zwischen 46 und 47 Prozent.
Steuereinnahmen fließen grundsätzlich in die Haushalte von Bund und Ländern und sind meist nicht zweckgebunden, werden also nicht direkt etwa für den Straßenbau verwendet.
Energiesteuer sichert Großteil der Staatseinnahmen
Allein die Energiesteuer verschaffte dem Staat 2025 bei den Kraftstoffen Einnahmen von 33,3 Milliarden Euro. Die genauen Gesamteinnahmen aus Benzin und Diesel konnte das Statistische Bundesamt zunächst noch nicht ermitteln. Dazu kommen noch die Verkäufe von Heizöl und anderen Brennstoffen und Energieträgern.
Bei der Energiesteuer entfielen auf Benzin 15,5 Milliarden Euro und auf Diesel (offiziell: „Gasöl“) 17,8 Milliarden Euro. Die Energiesteuer ist ein Fixbetrag pro Liter, der nicht mit dem Spritpreis steigt oder fällt, sondern nur nach der verkauften Menge anfällt und dem Bundeshaushalt zugutekommt. Bei Diesel sind es 47,04 Cent, bei Benzin 65,45 Cent.
Auch Bundesländer profitieren von der Mehrwertsteuer
Zweitgrößte Einnahmequelle war an den Tankstellen die Mehrwertsteuer, deren Einnahmen 2025 auf rund 16,1 Milliarden Euro geschätzt werden. Berechnungen des ADAC flossen in Deutschland rund 37,8 Milliarden Liter Diesel durch die Zapfsäule. Dafür fielen durchschnittlich 25,7 Cent Mehrwertsteuer an, insgesamt 9,72 Milliarden Euro. Beim Benzin (Super) waren es 23,7 Milliarden Liter mit 26,9 Cent im Schnitt, das entspricht rund 6,37 Milliarden Euro. Die Gesamteinnahmen aus der Mehrwertsteuer werden zwischen Bund und Ländern aufgeteilt.
Neue CO₂-Abgabe soll jedes Jahr immer weiter steigen
Neben der Mehrwertsteuer und der früheren Mineralölsteuer (die heute Energiesteuer heißt) ist seit 2021 eine CO₂-Abgabe fällig. Diese Abgabe hat sich seitdem schrittweise verteuert und lag im letzten Jahr im Durchschnitt bei 15,7 Cent pro Liter Kraftstoff. Dieser CO₂-Preis ist ein Festbetrag, der unabhängig vom Endpreis zu zahlen ist. Für 2026 werden bei Super E10 circa 17 Cent pro Liter kalkuliert und beim Diesel mit etwa 19 Cent gerechnet. Der ADAC rechnet mit einem durchschnittlichen Anstieg um rund 3 Cent pro Liter.
Diese Einnahmen aus der nationalen CO₂-Abgabe fließen vollständig in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) der Bundesregierung.
Laut Statista waren das, bezogen auf die Tankstellenpreise zum Stand von Anfang 2026, etwa 7 bis 8 Prozent vom Benzinpreis (E 10) und etwa 8 Prozent beim Diesel. Der KTF bildet ein Sondervermögen, das für die Energiewende und Transformation zu Klimaneutralität verwendet wird, wie bei der Förderung von E-Autos, Erneuerbaren wie Solardächern etc.
Wirtschaftliche Anteile jenseits von Steuern und Abgaben
Die Anteile am Endpreis an der Tankstelle schwanken je nach Rohölpreisen und den Kosten für Raffinerien, Transport und Vertrieb. Zu dem wirtschaftlichen Anteil an den Kraftstoffpreisen zählen außerdem die Gewinne der Mineralölkonzerne, die durch die Treibhausgasminderungsquote (THG-Quoten) geschmälert werden. Fossile Kraftstoffe werden dadurch künstlich verteuert, während Erneuerbare und Elektromobilität direkt finanziell bezuschusst werden.
Diese Quote ist ein gesetzliches Klimaschutz-Instrument in Deutschland, das Mineralölunternehmen laut Bundesumweltministerium dazu verpflichtet, „den CO₂-Ausstoß ihrer verkauften Kraftstoffe Jahr für Jahr drastisch zu senken“.
Preisanstieg: Nimmt der Staat 2026 mehr oder weniger ein?
2026 könnte es wesentlich mehr Mehrwertsteuer sein wegen der stark gestiegenen Spritpreise. Oder es könnte auch weniger Steuer anfallen wie bei Energiesteuer- und CO₂-Abgabe, wenn weniger gefahren und getankt wird.
Dass wesentlich weniger gefahren und getankt wird, ist nicht so eindeutig. Bei Ökonomen gelten Kraftstoffpreise eher als Fixkosten, um die man nicht herumkommt. Mögliche Einsparungen beim Verbrauch könnten durch die höheren Preise mehr als wettgemacht werden. Etwas weniger Energiesteuer und CO₂-Abgabe steht ein Zuwachs bei der Mehrwertsteuer gegenüber.

