Tankrabatt diesmal ohne Wirkung?
Somit scheint die erneute Einführung des Tankrabatts zu verpuffen. Im vergangenen Mai konnte der Tankrabatt noch etwa die Hälfte des zuvor erlittenen Einbruchs kompensieren. Dieser Effekt scheint diesmal auszubleiben. Zudem wirken sich die gestiegenen Konjunkturerwartungen nicht auf den Konsum aus: „Die Verbraucher blicken zwar zunehmend optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung, doch beim Blick in den eigenen Geldbeutel überwiegt weiterhin die Skepsis: Wachsende Inflationssorgen und verhaltene Einkommensaussichten bremsen die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen, auch wenn die Sparneigung moderat sinkt“, erklärt NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl die aktuelle Entwicklung.
„Auch der Tankrabatt sorgt offenbar nicht für die erhoffte Erleichterung. Die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung ist da, aber die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, zieht bislang noch nicht mit“, fasst Bürkl die Lage zusammen.
Wachstumsimpulse nur durch Staatskonsum
Überrascht ist Bürkl von dieser Entwicklung nicht. Schließlich sei die bisherige Erholung der deutschen Wirtschaft fast ausschließlich auf den Staatskonsum zurückzuführen – also auf das sogenannte Sondervermögen für die Infrastruktur und die Verteidigung und weniger auf private Konsumausgaben. Die hohen Preise führten dazu, dass die Kaufzurückhaltung noch groß bleibt. Besonders die hohen Energiepreise heizen die Inflation an – dem Tankrabatt zum Trotz. „Die Portemonnaies der Verbraucher befinden sich im Würgegriff der Inflation“, erklärt der Konsumexperte.

