Wie richtet man die App ein?
D-you wird für Android-Smartphones und iPhones entwickelt. Wer sich damit ausweisen möchte, benötigt zunächst einen Personalausweis oder einen elektronischen Aufenthaltstitel mit aktivierter Online-Ausweisfunktion und der dazugehörigen PIN.
Bei der Einrichtung werden die Identitätsdaten einmalig aus dem Chip des Dokuments übernommen und für die App bereitgestellt. Danach soll das Ausweisen allein mit dem Smartphone möglich sein, ohne jedes Mal den Personalausweis zücken zu müssen.
Wie funktioniert das Ausweisen?
Möchte beispielsweise eine Bank die Identität überprüfen, kann sie eine Anfrage an die App schicken. Das kann über eine Schaltfläche auf einer Internetseite oder einen QR-Code geschehen.
Die App prüft, wer die Daten anfordert, und zeigt an, welche Informationen benötigt werden. Erst wenn der Nutzer zustimmt, werden diese verschlüsselt übertragen. Die Bank kann anschließend überprüfen, ob die Angaben echt sind.
Was kann d-you zum Start?
Zum Start konzentriert sich die App auf die absoluten Basics: das reine Ausweisen im Netz und die ersten digitalen Dokumente für die Hosentasche. Im Hintergrund schrauben aktuell rund 40 Partner aus Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft daran, dass diese neuen Funktionen auch wirklich handfeste Einsatzmöglichkeiten im Alltag bekommen.
Weitere Dokumente, darunter Führerschein, Rentenausweis und Gesundheitskarte, sollen die Anwendung schrittweise erweitern. Auch rechtsverbindliche digitale Unterschriften sind vorgesehen, allerdings erst im Laufe des Jahres 2027.
Wer seinen Plastikausweis künftig überall zu Hause lassen kann, hängt auch davon ab, welche Behörden und Unternehmen die neuen Nachweise akzeptieren.
Wie sicher sind die persönlichen Daten?
Nach Angaben der Entwickler werden die Nachweise verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert, nicht in einer zentralen Datenbank. Eine PIN schützt vor unberechtigtem Zugriff. Bei Verlust des Smartphones soll sich die digitale Brieftasche sperren lassen.
Trotzdem gibt es Kritik. Datenschützer bemängeln insbesondere, dass zum Start noch keine Anmeldung unter einem Pseudonym möglich sein wird. Auch die Sicherheit älterer Smartphones wurde bei einer Bundestagsanhörung infrage gestellt.
Ist die Nutzung verpflichtend?
Nein. Die App wird kostenlos und freiwillig sein. Der klassische Personalausweis bleibt erhalten, ebenso bestehende Möglichkeiten, sich auszuweisen. Die Bundesregierung will die digitale Brieftasche schrittweise ausbauen.

