KI sorgt für neue Angriffe
Die PHP-Sicherheitslücke ist von den meisten Websites mittlerweile geschlossen worden. Doch das dürfte nicht das letzte Mal sein, dass eine Lücke dieser Art die Fachwelt in Argwohn versetzt. Das Internet ist nämlich – anders als sich das viele vorstellen – kein sorgsam geplantes System. Große Teile unserer digitalen Infrastruktur basieren auf unübersichtlichen und veralteten Programmen, Protokollen und Programmiersprachen. Viele davon werden nur selten aktualisiert, und viele nur ehrenamtlich betreut. Doch da zahlreiche Apps, Websites und Betriebssysteme ihren Code nutzen, können mögliche Sicherheitslücken gravierende Folgen haben.
Früher galt hier oft das Prinzip „Security through Obscurity“ – „Sicherheit durch Verborgenheit“. Selbst wenn es versteckte Sicherheitslücken gab – der schiere Aufwand, diese aufzuspüren, wäre schlicht zu groß gewesen, und damit für die Angreifer in der Regel nicht profitabel. Wenn doch einmal eine Schwachstelle bekannt wurde, konnten Software- und Plattform-Betreiber in der Regel schnell reagieren und Updates einspielen.
Wie unsicher wird das Netz?
KI ändert das. KI-Agenten sind in der Lage, in kürzester Zeit auch große komplexe Systeme auf alle möglichen Schwachstellen abzuklopfen – und direkt maßgeschneiderte Angriffsmöglichkeiten zu entwickeln. Die vielen Schritte eines Cyberangriffs – Systeme abtasten, Passwörter ausprobieren, erbeutete Daten durchsuchen, Erpresserschreiben formulieren – können mittlerweile quasi automatisiert durchgeführt werden.
Das Internet wird dadurch gleich aus zwei Gründen gefährlicher: Einmal werden immer große Unternehmen und Websites Opfer von immer mehr Cyberangriffen – und die Daten ihrer Nutzer geraten immer öfter in Gefahr. Und darüber hinaus lohnen sich auch plötzlich kleine Ziele: unscheinbare Onlineshops, die Website eines Sportvereins. Früher hätten sich diese Ziele für Angreifer kaum gelohnt – aber wenn der Angriff fast nichts kostet, dann vielleicht schon.
Was tun?
Wer selbst keine Website oder Shop betreibt, ist von den meisten Angriffen erstmal nicht direkt betroffen. Dennoch lohnt es sich, wachsamer denn je zu sein. Die gute Nachricht ist: Auch KI-gestützte Angriffe nutzen in der Regel die gleichen Schwachstellen wie herkömmliche. Also schwache Passwörter, veraltete Systeme, unbedachte Klicks durch die Nutzer.
Wer sich im KI-Zeitalter online absichern möchte, sollte deshalb mehr denn je auf ein sicheres digitales Umfeld setzen, und zwei Faktor-Authentifizierungen und Passwort-Manager einrichten. Auch Sicherheitsupdates sind längst kein „nice to have“ mehr. Man sollte sie nach Möglichkeit so schnell wie es nur geht installieren.

