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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Neue Bartgeier im Anmarsch: Finne trifft Österreicher
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Neue Bartgeier im Anmarsch: Finne trifft Österreicher

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 29. Mai 2024 18:33
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Die Namen und das Geschlecht der jungen Bartgeier sind gut gehütete Geheimnisse, die erst am Mittwochvormittag im Nationalpark Berchtesgaden gelüftet werden. Was man weiß, ist, dass die beiden Jungvögel Anfang März im Abstand von nur einem Tag aus den Eiern geschlüpft sind. Der eine am 2. März im Zoo von Helsinki, der andere am 3. März im Richard-Faust-Zentrum in Haringsee in Niederösterreich, der ältesten Bartgeier-Zuchtstation der Welt.

Inhaltsübersicht
Ein Küken wurde adoptiertEs bleibt spannend: Wird gezankt oder gekuschelt?Den bisher ausgewilderten Bartgeiern geht es prächtigRekord-Kükenjahr für Auswilderungsprogramm

Ein Küken wurde adoptiert

Das österreichische Küken war mit fast 180 Gramm Schlupfgewicht der bis dato schwerste Jungvogel im bayerischen Wiederansiedelungsprojekt. Da seine leiblichen Eltern bereits dabei waren, ein Küken aufzuziehen und es von Natur aus zu Streitereien gekommen wäre, wurde der „dicke Brummer“ einem nachwuchslosen Bartgeier-Ammenpaar sozusagen ins Nest gesetzt. Diese Bartgeier-Zieheltern haben damit zum ersten Mal einen jungen Vogel aufgezogen. Die „Adoption“ ging reibungslos vonstatten.

Es bleibt spannend: Wird gezankt oder gekuschelt?

Bei der Vorstellung der beiden Bartgeier am heutigen Mittwoch wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dabei sein. Die Jungvögel sollen in einer Felsnische oberhalb der Halsgrube ausgewildert werden, wie bereits ihre Vorgänger in den vergangenen drei Jahren. Die Bartgeier werden von Mitarbeitern des Landesbundes für Vogelschutz und des Nationalparks in Plastikboxen zur bewährten Stelle einige hundert Höhenmeter hoch getragen und dort in vorbereitete Horste gesetzt.

Bis sie flügge geworden sind, werden die Jungvögel von den Experten des Bartgeierprojekts bestmöglich ver- und umsorgt und per installierten Kameras überwacht. Spannend wird, ob sich die Artgenossen vertragen. Bei den vergangenen Auswilderungen kam es zwischen den Vögeln gelegentlich zu leichten Meinungsverschiedenheiten. Im vergangenen Jahr saßen „Nepomuk“ und „Sisi“ aber auch oft gemeinsam in einem Horst und kuschelten sich aneinander.

Den bisher ausgewilderten Bartgeiern geht es prächtig

Bis auf Bartgeier-Weibchen „Wally“, die 2022 durch einen Steinschlag im Reintal nahe der Zugspitze ums Leben kam, geht es den bisher ausgewilderten Vögeln sehr gut. Die vier Weibchen „Bavaria“, „Recka“, „Dagmar“ und „Sisi“, sowie das bis dato einzige Bartgeiermännchen „Nepomuk“ sind kreuz und quer im Alpenraum unterwegs: Unter anderem in der Schweiz, in Österreich, in Italien und in Südbayern.

„Bavaria“, das Bartgeier-Weibchen der ersten Generation, ist inzwischen standorttreu. Sie hat ihr Revier im Tennengebirge im Salzburger Land aufgeschlagen und wartet darauf, dass ein Bartgeier-Männchen sie entdeckt. Bartgeier sind erst im Alter von etwa sieben Jahren geschlechtsreif.

Rekord-Kükenjahr für Auswilderungsprogramm

Die Hoffnung der Experten ist groß, dass sich die imposanten Vögel, die Anfang des 20. Jahrhunderts bereits ausgestorben waren, durch das Projekt auch in den Ostalpen nach und nach wieder selbstständig ansiedeln. Noch muss mit Unterstützung von Zoos oder Zuchtstationen nachgeholfen werden. Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wurden dieses Jahr 44 Küken ausgebrütet. Das ist europäischer Rekord. Davon wurden 25 Bartgeier-Küken für zehn verschiedene Auswilderungsplätze eingeplant, zum Beispiel in Spanien, Frankreich, der Schweiz und auch für Berchtesgaden. Das Wiederansiedlungsprojekt in Berchtesgaden ist auf zehn Jahre ausgelegt.

Der Bartgeier (Gypaetus barbatus) zählt mit einer Flügelspannweite von fast drei Metern zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Er ist zwar ein stattlicher Vogel, aber Menschen brauchen sich nicht zu ängstigen. Der Bartgeier ist ein friedliches Tier und frisst ausschließlich Knochen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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