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Wirtschaft

Playmobil will mit Neuausrichtung aus der Krise

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 28. Januar 2025 07:53
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Zuletzt hatte der Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter aus Zirndorf für Schlagzeilen gesorgt, weil der Betriebsrat geschlossen seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die Notwendigkeit für einen Neuanfang sehen aber offenbar nicht nur die Arbeitnehmervertreter, sondern auch die Geschäftsführung strebt Veränderungen an. Weil die Umsätze in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen sind, will Playmobil die Nürnberger Spielwarenmesse für eine Neuausrichtung nutzen. Neben einer neuen Markenpositionierung sind auch neue Spielkonzepte geplant.

Inhaltsübersicht
Spielzeughersteller will sich neu erfindenPlaymobil setzt viel auf eine KarteNegativschlagzeilen? Vorstand Kurter blickt nicht zurück

Spielzeughersteller will sich neu erfinden

Jahrzehntelang war das sogenannte Rollenspiel, also das „Nachspielen von Alltagssituationen“, ein Kernmerkmal von Playmobil, sagt Vorstand Bahri Kurter. Jetzt soll die Playmobil-Welt erweitert werden, in Richtung der Bereiche Bauen, Action und Kreativität. Künftig soll es also nicht nur verschiedene Themen-Welten mit Rittern, Feen oder Cowboys geben – sondern komplett unterschiedliche Spielkonzepte.

„Playmobil wird zu einer globalen Dachmarke“, erklärt Bahri Kurter. Auf der diesjährigen Nürnberger Spielwarenmesse präsentiert der Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter ein erstes neues Spielkonzept mit Namen „Sky Trails“. Gebäude oder Fahrzeuge sucht man dabei vergebens. Stattdessen erinnert es eher an eine Mischung aus Achterbahn und Zipline für Playmobil-Figuren, die an langen Bahnen entlang nach unten düsen.

Playmobil setzt viel auf eine Karte

In den vergangenen Jahren war der Umsatz bei Playmobil massiv eingebrochen. Nach dem Rekordumsatz von 686 Millionen Euro im Jahr 2018 vermeldete Geobra Brandstätter 2023 nur noch 467 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einem Rückgang von knapp einem Drittel. Nun sind die Hoffnungen groß, dass die neue Markenpositionierung und die neuen Spielkonzepte das Zirndorfer Unternehmen zurück auf die Erfolgsspur bringen. Vor dem Verkaufsstart von „Sky Trails“ hat Playmobil eigenen Angaben zufolge das neue Spielkonzept von mehreren tausend Kindern und Eltern testen lassen – mit angeblich großem Erfolg.

Den Verkaufsstart im Herbst flankiert das Zirndorfer Unternehmen mit der größten Marketing-Kampagne der Unternehmensgeschichte. Playmobil investiert einen zweistelligen Millionenbetrag, so Vorstand Bahri Kurter, und damit etwa das Vierfache des sonst im Jahr üblichen Werbeetats. Mit anderen Worten: Die Erwartungen an den Erfolg der Neuausrichtung von Playmobil dürften enorm sein.

Negativschlagzeilen? Vorstand Kurter blickt nicht zurück

Vorstand Bahri Kurter dürfte froh sein, dass die Neuausrichtung des Unternehmens den Fokus wieder auf die Playmobil-Figuren lenkt. Denn in den vergangenen Jahren bestimmten oftmals Streitigkeiten mit der Belegschaft die Schlagzeilen. Von schlechten Arbeitsbedingungen war die Rede, oder von Drohungen gegen Betriebsräte. Die meisten Vorwürfe stammen aus der Zeit, bevor Bahri Kurter bei Playmobil vor knapp zwei Jahren den Chefposten übernommen hat.

Kurter sieht das derzeitige Verhältnis zur Belegschaft offenbar entspannt. Meinungsverschiedenheiten gehörten immer dazu, sagt er. Die Weichenstellung für die Neuausrichtung von Playmobil sieht Kurter als Beleg dafür, dass die Außenwahrnehmung oftmals falsch sein. „Wenn diese Firma angeblich so wäre, was man so darüber liest, dann wäre doch diese Firma niemals in der Lage, in so einer kurzen Zeit so einen Wechsel hinzukriegen“, sagt Kurter.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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