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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Adidas verlässt die Tarifbindung – Kritik von Gewerkschaft
Wirtschaft

Adidas verlässt die Tarifbindung – Kritik von Gewerkschaft

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 7. August 2025 16:52
Von Christin Freitag
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2 min. Lesezeit
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Der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas verlässt an seinem Heimatstandort Deutschland die Tarifbindung. Wie das Unternehmen dem BR bestätigte, ist Adidas im Arbeitgeberverband in eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt. Scharfe Kritik daran kommt von der Industriegewerkschaft IGBCE.

Inhaltsübersicht
Ab September keine neuen Tarifabschlüsse mehrStreit zwischen Adidas und GewerkschaftStellenstreichungen bei Sportartikelherstellern

Ab September keine neuen Tarifabschlüsse mehr

„Mit dem Austritt aus der Tarifgemeinschaft verlässt Adidas den Pfad von Sozialpartnerschaft und Fairplay“, so die stellvertretende Vorsitzende der IGBCE, Birgit Biermann. Der Austritt bedeute, dass für tausende Beschäftigte ab September keine neuen Tarifabschlüsse mehr gelten. Die Gewerkschaft spricht von 8.000 Betroffenen, Adidas selbst von 4.600 tariflich beschäftigten Mitarbeitenden. „Die Beschäftigten sind bei der Entwicklung ihrer Löhne und Arbeitsbedingungen künftig komplett dem Willen ihres Managements ausgesetzt. Das werden wir nicht akzeptieren“, kündigte Biermann an. Adidas gehöre nun unter den 40 Dax-Konzernen zu einer kleinen Minderheit von Tarifflüchtigen. 

Streit zwischen Adidas und Gewerkschaft

Hintergrund des Austritts ist ein Tarifstreit. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent. Adidas sieht darin nach eigenen Angaben eine Ausweitung der Tarifbindung und eine Ungleichbehandlung gegenüber nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten. In einer Mitteilung heißt es, in der Tarifrunde vereinbarte etwaige Lohnerhöhungen würden auch ohne Tarifbindung für die 4.600 Mitglieder der Gewerkschaft gelten. Mit dem Austritt aus der Tarifbindung wolle sich der Sportartikelhersteller seine Flexibilität erhalten, die ihn in der Branche als Arbeitgeber so beliebt mache.

Stellenstreichungen bei Sportartikelherstellern

Die Begründung von Adidas bezeichnete die Gewerkschaft als „kompletten Unsinn“. Für die außertariflich Beschäftigten hätte die neue Regelung diverse Vorteile gebracht, darunter auch geregelte Arbeitszeiten und bezahlte Überstunden.

„Adidas schadet sich damit auch selbst“, kontert Gewerkschaftlerin Biermann. In Zeiten wachsenden Fachkräftemangels reiche es nicht aus, allein auf die Zugkraft einer Marke zu setzen, heißt es in der Mitteilung der IGBCE.

Personalkosten sind aktuell wieder ein großes Thema in der Sportartikelwelt. Adidas, Puma und Nike hatten zuletzt jeweils Stellenstreichungen angekündigt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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