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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Konsumklima sinkt – Verbraucher wieder skeptischer
Wirtschaft

Konsumklima sinkt – Verbraucher wieder skeptischer

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Juni 2024 11:07
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich im Juni wieder eingetrübt. Wegen der im Mai erneut gestiegenen Inflation sind die Deutschen verunsichert, sagt Rolf Bürkl, Konsumexperte beim Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM). Dadurch gehen die Verbraucher davon aus, dass sie trotz steigender Einkommen nicht erheblich mehr Geld in der Tasche haben werden. Dementsprechend verharrt die Anschaffungsneigung weiterhin auf niedrigem Niveau. Das geht aus der aktuellen Konsumklimastudie hervor, die das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK gemeinsam mit dem NIM herausgegeben hat.

Inhaltsübersicht
Verbraucher sparen lieber, als Geld auszugebenHöhere Inflation – weniger KauflauneBeschäftigte erwarten LohnzuwächseWann kommt die Konjunkturerholung?

Verbraucher sparen lieber, als Geld auszugeben

Statt ihr Geld auszugeben, legen die Menschen in Deutschland es lieber auf die hohe Kante. Die Sparneigung hat im Juni wieder zugenommen. Das liege auch an der fehlenden Planungssicherheit, erklärt Bürkl: „Für eine Erholung der Kauflust ist zentral, dass die Unsicherheit bei den Konsumenten beseitigt wird. Die Inflation müsste wieder in dem Bereich liegen, den die Europäische Zentralbank vorgibt, also um die zwei Prozent. Und den Menschen fehlen Zukunftsperspektiven wegen der vielen Krisen. Die brauchen sie, damit die Verbraucher wieder eher bereit sind, einzukaufen.“ Seit mehr als zwei Jahren verharrt die Anschaffungsneigung auf einem „überaus niedrigen Niveau“, heißt es in der Studie.

Höhere Inflation – weniger Kauflaune

Laut Statistischem Bundesamt ist die Inflationsrate im Mai auf 2,4 Prozent gestiegen von zuletzt 2,2 Prozent im März und April. Auch in einer Analyse des NIM nannten mehr als 60 Prozent der Befragten die steigenden Preise als Grund, warum sie befürchten, weniger Geld in der Tasche zu haben. Bürkl schlussfolgert: „Die Unterbrechung des zuletzt verzeichneten Aufwärtstrends des Konsumklimas zeigt, dass der Weg aus der Konsumflaute mühsam werden wird und es immer wieder zu Rückschlägen kommen kann.“ Denn wenn die Menschen mehr Geld für Nahrungsmittel und Energie ausgeben müssen, bleibt weniger Geld übrig für andere Konsumgüter.

Beschäftigte erwarten Lohnzuwächse

Die Einkommenserwartung ist zwar im Vergleich zum Vormonat etwas zurückgegangen, liegt aber trotzdem deutlich über dem Vorjahresniveau. „Wir haben recht ansehnliche Tariferhöhungen und auch die Renten werden zum 1. Juli stark ansteigen, das führt dazu, dass die Verbraucher davon ausgehen, dass sich die Einkommen in den nächsten Monaten positiv entwickeln werden“, erklärt Bürkl.

Wann kommt die Konjunkturerholung?

Die Deutschen sind auch nicht besonders optimistisch, dass sich die Konjunktur schnell erholen wird. Damit sich die Verbraucherstimmung bessert, brauche es klare Zukunftsperspektiven, Planungssicherheit und spürbare Einkommenszuwächse, so Bürkl. Deshalb müsste auch von der Bundesregierung klar kommuniziert werden, was durch die Haushaltsberatungen an Be- und Entlastungen auf die Bürger zukomme. Wirtschaftsexperten erwarten zumindest für die zweite Jahreshälfte eine leichte Konjunkturbelebung, die sich im kommenden Jahr beschleunigen werde.

Für die Konsumklimastudie werden im Auftrag der EU-Kommission monatlich rund 2.000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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