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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Mit 26 Hörakustik-Meisterin und Filialleiterin – Lohnt sich das?
Wirtschaft

Mit 26 Hörakustik-Meisterin und Filialleiterin – Lohnt sich das?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. März 2026 09:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Kneift das Hörgerät am Ohr, fräst Elena nach. Hört man sich selbst, aber den Fernseher nicht, passt sie die Frequenzen an. Elena ist 26 Jahre alt und Hörakustik-Meisterin, gleichzeitig leitet sie eine eigene Filiale. Ihr Arbeitsalltag besteht aus einer Mischung von Kundenberatung und handwerklicher Arbeit.

Inhaltsübersicht
Vielseitiger Beruf mit viel EinfühlungsvermögenDer Meisterbrief in BayernMeister-Nachwuchs in OberbayernWas verdient eine Hörakustik-Meisterin?

Vielseitiger Beruf mit viel Einfühlungsvermögen

Für den Beruf reicht nicht nur handwerkliches Talent. Geduld ist fast noch wichtiger: Bis sich ihre Kunden für ein Gerät entscheiden, sind oft mehrere Termine notwendig. Das kann sich über Monate ziehen. Dabei ist nie sicher, ob die Geräte am Ende verkauft werden.

Neben der technischen Expertise sind Empathie und Beratung wichtiger Bestandteile ihres Berufs. Viele neue Kunden schämen sich oder haben Angst davor, sich ein Hörgerät zuzulegen. „Ich versuche das von Anfang an mit Humor, die Kunden sind dann auch viel lockerer“, erzählt Elena. Potenzielle Kundinnen und Kunden gibt es viele. Laut dem Schwerhörigenbund e.V. leben rund 16 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Hörbeeinträchtigung.

Mit 26 ist Elena eine junge Meisterin. Direkt nach ihrem Abitur machte sie ihre Hörakustiker-Ausbildung und wurde Landessiegerin in Oberbayern. Der Sieg brachte ihr ein Stipendium für die Meisterausbildung. Seit 2023 ist Elena Hörakustik-Meisterin. Im selben Jahr wurde sie Filialleiterin.

Der Meisterbrief in Bayern

Elena bekam das Stipendium für ihren Meisterbrief durch eine Glanzleistung bei ihrer Gesellinnenprüfung. Ohne Stipendium hätte sich der Weg zum Meisterbrief auf die üblichen ca. 15.000 Euro berechnet. Der Meister [externer Link] ist der höchste Abschluss in der handwerklichen Ausbildung. Für zulassungspflichtige Berufsgruppen (darunter auch der Hörakustiker) ist er eine Bedingung, um selbstständig arbeiten zu dürfen. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten Absolventen in Bayern bis Ende 2027 den sogenannten „Meisterbonus“ [externer Link]. Dieser wird vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ausgestellt und beträgt 3.000 Euro.

Meister-Nachwuchs in Oberbayern

2025 legten laut der Handwerkskammer für München und Oberbayern 1.500 Handwerkerinnen und Handwerker in Oberbayern eine Meisterprüfung ab [externer Link]. In Bezug auf die Arbeitsplatzsicherheit sagte der Kammerpräsident Franz-Xaver Peteranderl bei der letzten Meisterfeier in München: „Die Konkurrenz um die besten Köpfe wird gerade im nicht-akademischen Bereich immer größer. Sie haben die höchste Qualifikationsstufe im Handwerk erreicht und können der Zukunft gelassen entgegenblicken.“

Was verdient eine Hörakustik-Meisterin?

Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das Mediangehalt für Hörakustiker in Deutschland bei etwa 3.000 Euro brutto monatlich. Elena bekommt ein Grundgehalt von 3.900 Euro monatlich, ergänzt durch eine Provision von etwa 500 Euro. Zusätzlich erhält sie einen Einkaufsgutschein in Höhe von 40 Euro. Ihr Netto-Gehalt beträgt etwa 2.800 Euro. Einmal pro Woche putzt sie die Filiale als Minijob und verdient damit 120 Euro dazu. Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld erhöhen ihr Jahreseinkommen auf etwa 54.450 Euro brutto.

„Ich finde, mein Gehalt gerechtfertigt für das, was ich mache“, meint Elena. „Mein Beruf erfüllt mich sehr.“ Für Elena lohnt sich der Meisterberuf nicht nur finanziell, sondern auch zwischenmenschlich. Es freut sie, ihren Kunden ein Stück ihrer ersehnten Lebensqualität zurückzugeben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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