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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > „Zum Schweigen gebracht“: Ben & Jerry’s-Eis künftig ohne Jerry
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„Zum Schweigen gebracht“: Ben & Jerry’s-Eis künftig ohne Jerry

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 18. September 2025 09:48
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Aus nach 47 Jahren: Jerry Greenfield, einer der beiden Gründer der US-Eismarke „Ben & Jerry’s“, verlässt im Streit das Unternehmen. Seit der Übernahme des Eisherstellers durch den britischen Lebensmittelriesen „Unilever“ im Jahr 2000 habe Ben & Jerry’s die Unabhängigkeit verloren, seine Werte zu vertreten, sagte Greenfield zur Begründung. Obwohl man zugesichert bekommen habe, dass die soziale Mission der Marke weiterbetrieben werden könne. Beide Gründer waren nach dem Verkauf im Unternehmen geblieben – auch wenn sie das Geschäft ab dann nicht mehr steuerten.

Inhaltsübersicht
Greenfield: Unilever hat Ben & Jerry’s zum „Schweigen“ gebrachtUnilever suchte „konstruktives Gespräch“ mit GründernVersuch, Ben & Jerry’s zurückzukaufen, gescheitert

Greenfield: Unilever hat Ben & Jerry’s zum „Schweigen“ gebracht

In einer Erklärung, die sein Gründungskompagnon Ben Cohen veröffentlichte, heißt es, der Eishersteller sei „zum Schweigen gebracht und ins Abseits gedrängt worden, aus Angst, die Machthaber zu verärgern“ – und das in einer Zeit, in der die US-Regierung „Bürgerrechte, Wahlrechte, die Rechte von Einwanderern, Frauen und der LGBTQ-Gemeinschaft angreift“. Es sei „zutiefst enttäuschend“, dass die Unabhängigkeit von Ben & Jerry’s, „die Grundlage für unseren Verkauf an Unilever, nicht mehr gegeben ist“. „Diese Unabhängigkeit bestand nicht zuletzt aufgrund der einzigartigen Fusionsvereinbarung, die Ben und ich mit Unilever ausgehandelt haben“, heißt es weiter.

Schon im Jahr 2022 hatte es heftigen Streit gegeben. Damals verlangte Ben & Jerry’s vergeblich, den Eiscreme-Verkauf in israelischen Siedlungen im Westjordanland zu stoppen. Cohen ist seit langem ein Kritiker der israelischen Politik. Die Marke hat deshalb ihren Mutterkonzern wegen angeblicher Versuche, sie zum Schweigen zu bringen, verklagt. Zudem bezeichnete sie den Gaza-Konflikt als „Völkermord“, eine für ein großes US-Unternehmen seltene Haltung. Zuletzt hatte es außerdem Streit mit Unilever um die Entlassung des Chefs von Ben & Jerry’s, David Stever, gegeben.

Unilever suchte „konstruktives Gespräch“ mit Gründern

Unilever weist die Vorwürfe Greenfields allerdings zurück. Man sei anderer Meinung und habe versucht, die Gründer in ein konstruktives Gespräch darüber einzubinden, wie die wertebasierte Position von Ben & Jerry’s in der Welt gestärkt werden könne.

Versuch, Ben & Jerry’s zurückzukaufen, gescheitert

Ein Versuch der Gründer Greenfield und Cohen, die Marke zurückzukaufen, wurde von Unilever allerdings abgelehnt. Der Konzern will Ben & Jerry’s zusammen mit anderen Eismarken in ein eigenständiges Unternehmen auslagern. Ben & Jerry’s stünde nicht zum Verkauf, heißt es.

Der Börsengang der Unilever-Eissparte ist Teil der Strategie von Konzernchef Fernando Fernandez, den Konsumgüterriesen neu auszurichten. Die neue Gesellschaft soll unter dem Namen „Magnum Ice Cream Company“ firmieren und Mitte November an die Börse gebracht werden.

Mit Informationen von AFP, Reuters und dpa

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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