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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Studie: Jugendliche wünschen Anleitung für Social-Media-Nutzung
Netzwelt

Studie: Jugendliche wünschen Anleitung für Social-Media-Nutzung

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 24. September 2025 15:50
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Tiktok, Instagram, Snapchat und ähnliche Dienste gehören fest zum Alltag junger Menschen: Mehr als jeder Vierte der 14- bis 20-Jährigen verbringt mindestens fünf Stunden am Tag in den sozialen Netzwerken. Das geht aus einer repräsentativen Studie im Auftrag der Vodafone Stiftung (externer Link) hervor, für die mehr als 1.000 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren befragt wurden. Knapp 70 Prozent nutzen die Plattformen demnach mehr als zwei Stunden täglich.

Inhaltsübersicht
Viele Jugendliche wollen ihren Konsum selbst begrenzenSchüler wünschen sich mehr Anleitung für Social-Media-NutzungLücke im Lehrplan: Pädagogische Angebote fehlen oftLernprogramme statt Verbote als Ausweg?

Viele Jugendliche wollen ihren Konsum selbst begrenzen

Gleichzeitig sind laut der Studie viele Jugendliche unzufrieden mit ihrem Social-Media-Konsum und sehen ihn kritisch: 73 Prozent erklärten, dass sie auf den Plattformen mehr Zeit verbringen, als ihnen selbst lieb ist. Mehr als jeder Zweite würde gerne weniger Zeit bei Tiktok & Co verbringen, schafft es aber nicht, die Nutzung zu reduzieren. 61 Prozent gaben an, durch ihren Social-Media-Konsum andere Dinge zu vernachlässigen.

Zwar überwiegen bei den meisten jungen Menschen positive Gefühle wie Freude (83 Prozent), Neugier (81) und Entspannung (67) im Zusammenhang mit der Nutzung der Plattformen. Doch jeder dritte Jugendliche empfindet Stress, wenn er dort aktiv ist. 34 Prozent erklären, dass sie Neid auf andere verspürten. 37 Prozent fühlen sich nach dem Scrollen einsam, 24 Prozent machen sich Sorgen darüber, dass sie zu wenige Likes bekommen.

Trotz der Schwierigkeit, die eigene Nutzung zu begrenzen, versuchen junge Menschen deshalb, ihr Verhalten bewusst zu steuern: So deaktivieren laut der Studie 69 Prozent Push-Mitteilungen für bestimmte Apps. 58 Prozent der Befragten erklärten, soziale Netzwerke während des Lernens zu meiden, rund jeder Zweite hält zudem handyfreie Zeiten am Tag ein.

Schüler wünschen sich mehr Anleitung für Social-Media-Nutzung

Für Matthias Graf von Kielmansegg, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung, ergibt sich aus den Ergebnissen der Studie ein klarer Handlungsauftrag. „Der Auftrag an Bildung und Politik ist eindeutig: Jugendliche brauchen nicht nur Regeln, sondern Räume und kompetente Anleitung, um Kompetenzen und Resilienz im Social Media-Alltag zu entwickeln“, sagte von Kielmansegg. Medienbildung müsse deshalb zur Selbstverständlichkeit im Schulalltag werden.

Acht von zehn Schülern erklärten in der Befragung, dass sie Unterrichtseinheiten zum besseren Umgang mit sozialen Medien, konkrete Schulprojekte oder Tipps für eine ausgewogene Nutzung sinnvoll fänden, so von Kielmannsegg. Eine regelmäßige „Social-Media-Sprechstunde“ an der Schule würde eine Mehrheit von 88 Prozent befürworten. Für ein komplettes Handyverbot im Unterricht oder im Klassenzimmer sprachen sich 60 Prozent der Befragten aus.

Lücke im Lehrplan: Pädagogische Angebote fehlen oft

Bisher fehlt es der Erhebung zufolge häufig an klaren Regeln und Vermittlung – sowohl in Schulen als auch im Elternhaus. Jeweils mehr als jeder zweite Befragte erklärte, dass es im Elternhaus keine Regeln zur Nutzung von Social Media gebe. Nur 49 Prozent der Jugendlichen lernen laut Studie in der Schule, wie man Social Media sinnvoll nutzt, obwohl über 80 Prozent sich konkrete Unterstützung wünschen: von Konzentrationstrainings über Plattformkompetenz bis hin zum Austausch über Erfahrungen.

Allerdings gibt es aus Schülerkreisen auch Skepsis gegenüber Versuchen, die Social-Media-Nutzung rigide einzuschränken: Der stellvertretende Vorsitzende der Bundesschülerkonferenz, Ayush Yadav, sprach sich gegen generelle Handy-Verbote an Schulen aus. „Wir müssen in der Schule lernen, sinnvoll mit unseren Geräten umzugehen. Das ist der erste Schritt“, erklärte er.

Lernprogramme statt Verbote als Ausweg?

Als Lösungsansatz verweisen die Studien-Autoren auf moderne Lernprogramme wie etwa DigitalSchoolStory (externer Link), die in den Schulunterricht integriert werden müssten, statt unpopuläre Pauschalverbote zu verhängen. Seit 2020 ist dieses mehrfach preisgekrönte Programm an Schulen, Berufsschulen und Universitäten im Einsatz, um auch mit Kurzvideos à la TikTok Medienkompetenz, kritisches Denken und Kommunikationsfähigkeit zu stärken.

Mit Informationen von KNA

 

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Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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