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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Metas neue KI-Brille: Überwachung in Cool
Netzwelt

Metas neue KI-Brille: Überwachung in Cool

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 26. September 2025 13:48
Von Benjamin Lehmann
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3 min. Lesezeit
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Die Meta Ray-Ban Display sehen aus wie gewöhnliche Ray-Ban-Sonnenbrillen, verfügen aber erstmals über einen integrierten Bildschirm im rechten Glas. Während das Vorgängermodell nur über Kameras und Sprachfunktionen verfügte, können die neuen, sogenannten Smart Glasses nun auch visuelle Informationen direkt ins Blickfeld einblenden – von WhatsApp-Chats über geschossene Fotos bis hin zu Navigationshilfen.

Inhaltsübersicht
Steuerung per „Neural Band“Datenschutz bleibt ein ThemaNeue Herausforderungen für zwischenmenschliche BeziehungenVerfügbarkeit und Preis

Steuerung per „Neural Band“

Die bisherigen Meta-Ray-Ban-Brillen ohne Display verkauften sich bereits zwei Millionen Mal und übertrafen damit Apples Vision Pro. Die neue Generation wird sowohl per Sprache als auch über Handgesten gesteuert, die ein spezielles Armband am Handgelenk erkennt: Das mitgelieferte „Neural Band“ am Handgelenk erkennt kleine Bewegungen von Hand und Handgelenk mittels sEMG-Technologie. Die KI interpretiert Pinch-, Tap- und Swipe-Gesten, die frei in der Luft ausgeführt werden. Sogar das Schreiben von Wörtern ist möglich, indem Nutzer mit dem Zeigefinger Buchstaben auf einer festen Oberfläche nachzeichnen.

Meta-Chef Mark Zuckerberg demonstrierte diese Funktionen während der Connect-Veranstaltung, wobei die Live-Demo nicht reibungslos verlief. Weder gelang es ihm, einen Videoanruf anzunehmen, noch konnte ein zugeschalteter Koch Meta AI dazu bewegen, Kochanleitungen zu geben. Als Grund wurde schlechtes WLAN genannt.

Datenschutz bleibt ein Thema

Wie bei allen Meta-Produkten stellt sich auch hier die Datenschutzfrage. Der Konzern steht regelmäßig wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten in der Kritik. Eine Brille, die permanent Gespräche aufzeichnen und transkribieren kann, wirft zusätzliche Bedenken auf – besonders, wenn die Gesprächspartner nicht wissen, dass sie überwacht werden.

Bereits bei der ersten Generation der Brille gab es Probleme: Bastler hackten sich Gesichtserkennung in das System, um wildfremde Menschen zu identifizieren und deren Social-Media-Profile zu finden.

Neue Herausforderungen für zwischenmenschliche Beziehungen

Die gesellschaftlichen Auswirkungen könnten weitreichender sein als bei bisherigen Technologien. Anders als Smartphones, die sichtbar aus der Tasche geholt werden müssen, ermöglicht die Brille unauffällige Ablenkung: Träger können Social Media durchscrollen oder Nachrichten lesen, während sie scheinbar einem Gespräch folgen. Für das Gegenüber ist nur ein gelegentliches Wegschauen erkennbar.

Auch die Transkriptionsfunktion hat ihre Schattenseiten: Jedes Gespräch kann dokumentiert und später von einer KI analysiert werden. Das könnte etwa Beziehungsdynamiken fundamental verändern – wer möchte schon wissen, dass jede Meinungsverschiedenheit potentiell aufgezeichnet und später Wort für Wort nachvollzogen werden kann? Die Technologie könnte aus spontanen Diskussionen dokumentierte Rechthabereien machen.

Verfügbarkeit und Preis

Die Meta Ray-Ban Display sollen ab 30. September für 799 US-Dollar inklusive Neural Band erhältlich sein. Damit kosten sie deutlich weniger als ursprünglich erwartet. Meta positioniert die Brille als erschwingliche Alternative zu teureren AR-Geräten und setzt auf Massenmarkt-Tauglichkeit.

Ob sich die Smart Glasses durchsetzen werden, hängt maßgeblich davon ab, wie zuverlässig die Gestensteuerung im Alltag funktioniert – und ob die Gesellschaft bereit ist für eine Welt, in der jeder Moment potentiell dokumentiert und analysiert werden kann.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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