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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Christ gesucht: Wie funktioniert christliches Online-Dating?
Kultur

Christ gesucht: Wie funktioniert christliches Online-Dating?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 10. Oktober 2025 12:50
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Im Wohnzimmer von Martin in München drängeln sich drei Kinder auf dem Sofa, denn sie dürfen eine Folge Sendung mit der Maus schauen. Vor zehn Jahren, da sah Martins Leben noch ganz anders aus. Keine Kinder, keine Sendung mit der Maus. Martin ist damals mit dem Studium fertig und Single. „Und dann habe ich mir gedacht, ich melde mich einfach mal bei verschiedenen Online-Datingbörsen an.“ Er probiert mehrere aus, die „Klassiker“ eben.

Inhaltsübersicht
Martin will eine Chirstin datenDas suchen Christinnen und Christen auf Dating-AppsWie geht es nach dem ersten Date weiter?

Doch Martin merkt schnell, dass bei den großen Onlinebörsen „eher äußerliche Werte und Statussymbole“ abgefragt und gezeigt werden. Das, was ihm wichtig ist in einer Beziehung, das erfährt er in den Profilen der anderen Singles nicht, sagt er.

Martin will eine Chirstin daten

Martin war als Jugendlicher Ministrant und ist Katholik. Darum meldet er sich auf der Online-Plattform „Christ-sucht-Christ“ an. Hier suchen ausschließlich christliche Singles nach Dates mit anderen Christinnen und Christen. „Für mich war halt wichtig, dass die Partnerin auch etwas mit dem Glauben anfangen kann“, sagt Martin. „Dass man eine gemeinsame Wertebasis hat und später die Kinder im Glauben erzogen werden.“

Martin hat ein paar Dates mit Frauen, aber der Funke springt nicht über. Nach einem Jahr beschließt er: „Ich verlängere mein Abo nicht mehr.“ Doch dann klopft Elisabeth bei ihm an.

Das suchen Christinnen und Christen auf Dating-Apps

In Deutschland startete mit Datingcafe.de im Jahr 1998 die erste Online-Dating-Plattform. Heute nutzen viele Singles Online-Portale und Apps für die Suche nach Dates. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov ergab, dass rund die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen schon mal online gedatet hat oder es aktuell tut.

Eine aktuell beliebte Dating-App unter christlichen Singles ist „Salt“. Rund eine Million Menschen haben sie weltweit heruntergalden. Beim swipen dort fällt auf: Viele Nutzerinnen und Nutzer geben an, dass sie eine Freikirche besuchen. Aber auch katholische, evangelische und auch orthodoxe Singles suchen dort nach Bekanntschaften.

Eine Nutzerin der App sagt im Interview mit dem BR, dass sie sich einen Partner wünsche, mit dem sie „gemeinsam beten“ und „über die Bibel diskutieren“ könne. Eine andere Nutzerin meint, dass „man ohnehin schon schwierig einen Partner findet, der den gleichen Inhalt im Leben hat. Vielleicht auch auf Salt. Aber zumindest ist da klar, dass alle Christen sind.“ Die Chancen auf dieser Plattfromen, jemanden zu finden, für den der Glaube zentral im Leben ist, schätzt sie darum als höher ein. Außerdem sei es wichtig , dass ihre „sexuellen Grenzen nicht nur respektiert, sondern aktiv geschützt werden“, sagt eine weitere Nutzerin.

Wie geht es nach dem ersten Date weiter?

Zurück zu Martin. Das Profil von Elisabeth ist nicht sehr aussagekräftig, erinnert er sich: „Da war nicht mal ein richtiges Foto dabei.“ Aber nach einer Woche schreibt er ihr doch. „Und dann haben wir uns an der Isar getroffen und einen Spaziergang gemacht.“ Es folgen weitere Dates. Kaffee trinken, ins Aquarium gehen, sich zuhause besuchen. Und dabei verlieben sich Martin und Elisabeth ineinander.

Mittlerweile sind sie acht Jahre verheiratet. Die beiden haben drei Kinder und einen Ohrwurm vom Intro der Sendung mit der Maus.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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