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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Tiefe Wurzeln“: Müssen Royals Untergang der Monarchie fürchten?
Kultur

„Tiefe Wurzeln“: Müssen Royals Untergang der Monarchie fürchten?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 2. März 2026 17:46
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Jetzt sind die Kenner der englischen Geschichte gefragt: Ist der gegenwärtige Zustand der Royals nach dem Skandal um Ex-Prinz Andrew wirklich mit der Hinrichtung von Charles I. und der vorübergehenden Abschaffung der Monarchie im Jahr 1649 vergleichbar, oder doch eher mit der Abdankung von Edward VIII. wegen seiner amerikanischen Geliebten Wallis Simpson und der damit verbundenen Verfassungskrise 1936?

Inhaltsübersicht
Wie viele Skandale überlebt das britische Königshaus noch?Royale Krisen in London, Oslo, Brüssel und Madrid„Breiter Konsens schwer zu erreichen“Drohen mehr Steuerzahlungen?

Wie viele Skandale überlebt das britische Königshaus noch?

Sicherlich stehe es derzeit schlimmer um das britische Königshaus als nach Kronprinzessin Dianas Unfalltod 1997, urteilt jedenfalls Royal-Experte Stephen Bates vom „Guardian“ [externer Link]. Die traditionsreiche Institution selbst sei „untergraben“. Bates verweist auf besorgniserregende Meinungsumfragen und kommt zum zwiespältigen Fazit: „Die Menschen, insbesondere die ältere Generation, schätzen nach wie vor den Prunk und die Straßenaufzüge, doch ein weiterer schwerwiegender Skandal würde die Familie dem Ende näherbringen.“

Unerhörtes geschieht: Der Kolumnist des „Observer“, Will Hutton, träumt bereits von einem England [externer Link], in dem „Erfolg und Wohlstand durch Leistung und nicht durch Geburt und Beziehungen erworben“ werden: „Sie mögen mich einen Träumer nennen – aber ich bin nicht der Einzige.“

Royale Krisen in London, Oslo, Brüssel und Madrid

Gleichwohl seien Europas Monarchien „widerstandsfähig“, argumentiert Hutton: Spaniens Königshaus habe ja auch den Skandal um König Juan Carlos I. überstanden, obwohl es um außereheliche Affären, eine umstrittene Elefantenjagd in Afrika und einen Finanzskandal gegangen sei: „Monarchien haben tiefe Wurzeln.“

Aber sind sie deshalb standfest genug, um die aktuellen Belastungsproben auszuhalten? In London dreht sich alles um die Verwicklungen des inzwischen titellosen Andrew Mountbatten-Windsor in den Epstein-Skandal, in Norwegen steht der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit wegen Körperverletzung und anderer Vorwürfe vor Gericht, darüber hinaus soll Mette-Marit jahrelang „sehr private Emails“ mit Jeffrey Epstein ausgetauscht haben [externer Link].

Auch der belgische Prinz Laurent will Epstein zwei Mal bei „nicht tiefgehenden Kontakten“ getroffen haben, was Aufsehen und wegen dessen Krisenbewältigungs-Strategie auch Unwillen erregte [externer Link]: „Ich sagte ihm, dass meine Eltern nicht käuflich seien.“

In Spanien lasten die Affären von Juan Carlos I. schwer auf dem Ansehen seines Sohnes und jetzigen Königs Felipe VI. Erst kürzlich forderten Rechtsexperten, er solle auf seine in der Verfassung garantierte Immunität förmlich verzichten [externer Link], damit er im Fall des Falles strafrechtlich belangt werden könne.

„Breiter Konsens schwer zu erreichen“

„Die einzige Möglichkeit, diese Krisen-Situationen unter Kontrolle zu bringen, besteht darin, die beteiligten Royals aus dem Kern der Institution zu entfernen“, empfahl der holländische Adels-Fachmann und Historiker Gerard Aalders in einem Interview [externer Link]. Viel mehr „Schadensbegrenzung“ sei nicht möglich. Allerdings bezweifelte er, dass sich Mehrheiten für die Abschaffung einer Monarchie ergäben: „Dazu braucht es einen breiten Konsens, der sehr schwer zu erreichen ist.“

Ein Blick in die europäische Geschichte zeigt: Monarchien wurden selten durch Mehrheitsentscheidungen „abgeschafft“. In Portugal wurde der König bereits 1910 „gestürzt“, in Russland, Österreich-Ungarn und Deutschland brachen die Monarchien nach Niederlagen im Ersten Weltkrieg und anschließenden Revolutionen zusammen.

Nur in Italien und Griechenland gab es in der neueren Geschichte Volksabstimmungen zur Staatsform. Der letzte italienische König Umberto II. wurde nach einem Referendum am 2. Juni 1946 mit einer Mehrheit von rund 55 Prozent zum Abdanken gezwungen. In Griechenland entschieden sich im Dezember 1974 rund 70 Prozent der Wähler für die Republik.

Drohen mehr Steuerzahlungen?

Die Frage ist, ob die Bevölkerung in den jetzigen krisengeschüttelten Monarchien in einen Präsidenten mehr Vertrauen setzen würde. Eher schon könnte es sein, dass den Königsfamilien nach den Skandalen Privilegien aberkannt werden.

So gibt es immer wieder Debatten darüber, inwieweit gekrönte Häupter Steuern zahlen sollen. Die Queen zahlte seit 1993 „freiwillig“ Einkommen- und Kapitalertragssteuer, ihr Erbe ging allerdings wegen einer Sonderregelung steuerfrei an Charles III. [externer Link]. Auch der holländische König Willem-Alexander soll jährlich rund eine Million Euro verdienen, bisher steuerfrei, was keineswegs alle befürworten [externer Link].

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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