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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Feiertag futsch: DGB fordert Ausgleich für Allerheiligen
Wirtschaft

Feiertag futsch: DGB fordert Ausgleich für Allerheiligen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 31. Oktober 2025 16:49
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Wenn Feiertage – wie jetzt Allerheiligen – auf ein Wochenende fallen, verlieren Millionen Arbeitnehmer einen freien Tag. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern macht sich dafür stark, dies zu ändern, und fordert, in solchen Fällen den ausgefallenen freien Tag am nächsten Werktag nachzuholen.

Inhaltsübersicht
Milliardenrückgang für das BIPMehr freie Arbeitstage als andere IndustrieländerStudien: Feiertage steigern Zufriedenheit und ProduktivitätMagere Aussichten für 2026

Von „Realitätsverlust“ ist die Rede und von „Irrglaube“ – die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) macht unmissverständlich klar, was sie vom Vorschlag des DGB Bayern hält. Und auch auf die Frage, wie das bei den Berufstätigen ankomme, die sich angesichts des sonnigen und herbstlich milden Wetters über einen zusätzlichen freien Tag freuen würden, der für viele in diesem Jahr wegfällt, hat vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt eine klare Ansage. Feiertage seien keine Urlaubstage, sondern Tage der Besinnung. Wer „mitten in der längsten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik nach weniger Arbeit rufe“, so Brossardt, verkenne den Ernst der Lage. „Wir sollten nicht weniger, sondern mehr arbeiten.“

Milliardenrückgang für das BIP

Die vbw rechnet vor, dass ein zusätzlicher Arbeitstag die Staatseinnahmen um rund 2,5 Milliarden Euro erhöhen würde, ein zusätzlicher freier Tag die Volkswirtschaft hingegen in derselben Höhe belaste. Andere Wirtschaftsforscher nennen sogar noch höhere Zahlen. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt, dass ein zusätzlicher arbeitsfreier Tag das BIP sogar um rund 8,6 Milliarden Euro mindern könnte.

Allerdings betonen Ökonomen, dass die Effekte branchenabhängig unterschiedlich sind: Während die Industrie aufgrund eines Tages, an dem die Maschinen still stehen, weniger produziert und damit weniger verdient, profitieren Tourismus und Gastronomie. Das Münchner ifo-Institut betont, dass ein „negativer Beschäftigungseffekt“ besteht, wenn ein zusätzlicher Feiertag nicht durch „Produktivitätssteigerungen kompensiert“ werden kann.

Mehr freie Arbeitstage als andere Industrieländer

Die Arbeitgeberseite argumentiert zudem, dass es in Deutschland ohnehin mehr arbeitsfreie Tage gebe als in anderen Industrienationen. Das treffe vor allem auf Bayern zu. Bundeseinheitlich sind neun Feiertage geregelt, inklusiver regionaler Feiertage gibt es in den meisten Bundesländern zehn bis zwölf. In Bayern sind mit Mariä Himmelfahrt (15. August) und dem Augsburger Friedensfest (8. August) bis zu 14 Tage drin.

Zum Vergleich: In Spanien gibt es auch bis zu 14, in der Schweiz sind sogar bis zu 15 Feiertage möglich. In Österreich haben die Menschen an 13 Tagen frei, in Italien an zwölf. Zwölf Feiertage gibt es auch in Luxemburg, allerdings mit einer Sonderregelung, wie sie in der aktuellen Debatte auch dem DGB vorschwebt: Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf ein Wochenende, wird der arbeitsfreie Tag automatisch am nächsten Werktag nachgeholt. Ähnliche Modelle gibt es auch in Großbritannien, Polen, Spanien und einzelnen Bundesstaaten der USA.

Studien: Feiertage steigern Zufriedenheit und Produktivität

Der DGB will erreichen, dass auch in Deutschland Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, künftig kompensiert werden. „Wer einen Feiertag verliert, sollte ihn nicht einfach gestrichen bekommen“, so Bayerns DGB-Chef Bernhard Stiedl. Gut erholte Beschäftigte seien „motivierter, gesünder und leistungsfähiger – und davon profitieren am Ende des Tages auch die Arbeitgeber“.

Unterstützung erhält der DGB aus der SPD, von den Grünen und Teilen der Linken. CDU und CSU lehnen die Forderung ab: Ein Ausgleichstag würde die Wettbewerbsfähigkeit schwächen und zusätzliche Bürokratie schaffen. Ungeachtet der wirtschaftlichen Konsequenzen können Arbeitspsychologen dem DGB-Vorschlag durchaus etwas abgewinnen. Ihnen zufolge steigern zusätzliche Ruhetage die Zufriedenheit und senken Krankheitsausfälle. Einer Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2023 zufolge können kürzere Arbeitswochen und zusätzliche freie Tage die Produktivität langfristig erhöhen.

Magere Aussichten für 2026

Eine Änderung der bestehenden Regelung ist kurzfristig nicht zu erwarten. Hierfür fehlen die parlamentarischen Mehrheiten. Spätestens im kommenden Jahr dürfte die Diskussion aber wieder Fahrt aufnehmen. Während im laufenden Jahr 13 der insgesamt 14 möglichen Feiertage in Bayern auf einen Tag zwischen Montag und Freitag fallen, sind es im kommenden Jahr nur neun. Gut für die Volkswirtschaft, für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eher magere Aussichten.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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