Wie man den ESC ganz einfach gewinnen kann, haben der ehemalige Gewinner Måns Zelmerlöw und die Fernsehmoderatorin Petra Mede gezeigt. Beim ESC 2016 in Schweden präsentierten sie den Song „Love, Love, Peace, Peace“, mit dem „die perfekte ESC-Performance“ gelingt.
„Schritt 1: Errege die Aufmerksamkeit von allen“, beginnt Zelmerlöw das Rezept für den Sieg. Sein Vorschlag: Wie wäre es mit einem Schlachthorn? Dann übernimmt seine Kollegin Mede: „Schritt 2: Es muss auf jeden Fall Trommeln geben!“ Und es würde nicht schaden, wenn sie von oberkörperfreien Männern gespielt werden.
Und an dieser Stelle müsste man sagen: Deutschland wird den ESC 2026 wohl eher nicht gewinnen. Trommeln? Oberkörperfreie Männer? Beim Gewinnersong „Fire“ von Sarah Engels bisher Fehlanzeige. Zum Glück war die Anleitung zum ESC-Sieg nur eine selbstironische Parodie auf gängige ESC-Klischees. Also: Welche realistische Chance hat Deutschland dieses Jahr, weit vorne zu landen?
Ein ähnliches Lied gewann 2005
Um den ESC zu gewinnen, braucht es zwei Dinge. „Der Song und die Performance müssen exzellent und besonders sein“, sagt Thomas Mohr. Er ist Host des NDR-Podcasts „ESC Update“ (externer Link) und berichtet seit den 90er-Jahren über den ESC. „Das Lied muss exzellent gesungen sein. Darauf legt vor allem die Jury großen Wert“, so Mohr. So wie beispielsweise der österreichische Gewinner „JJ“ aus dem Vorjahr, der eine Ausbildung an der Wiener Staatsoper absolvierte. Und auch die Performance zum Song muss besonders sein, um sich von den mehr als zwanzig Auftritten abzuheben, die die Zuschauer am Abend zu sehen bekommen. „Ein Beispiel wäre Nemo auf der Scheibe beim ESC 2024.“
Für Deutschland fährt dieses Jahr Sarah Engels mit dem Lied „Fire“ zum ESC. „Ihrem Auftritt beim Vorentscheid hat man angemerkt, dass sie ein Profi ist. Sie hat eine starke Stimme“, so Mohr. Das Lied sei eine „professionell produzierte Pop-Nummer“, die vor allem von ihrem Auftritt lebt. Aus seiner Sicht passt dieses Genre aber zum ESC und hatte dort durchaus schon Erfolg. 2005 gewann die Griechin Helena Paparizou (externer Link) mit einem ähnlichen Lied.

