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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Braucht Deutschland ein eigenes Kampfflugzeug?
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Braucht Deutschland ein eigenes Kampfflugzeug?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 5. März 2026 08:47
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Es sollte das aufwändigste und teuerste Rüstungsprojekt der europäischen Geschichte werden. 2017 brachten Deutschland und Frankreich das Kampfflugzeug-Projekt FCAS auf den Weg. Es soll ab dem Jahr 2040 unter anderem den Eurofighter ablösen. Geplant war, dass auf deutscher Seite Airbus die industrielle Führung übernimmt, in Frankreich Dassault. Unter anderem wollten sie an einem gemeinsam entwickelten neuen Kampfjet arbeiten.

Inhaltsübersicht
Gewerkschaft und Arbeitgeber ziehen an einem StrangVorwurf: Dassault will Deutschland herausdrängenVerlust von Jobs und nationaler Souveränität befürchtetHaben bemannte Kampfjets überhaupt eine Zukunft?

Doch die beiden Firmen werfen sich inzwischen gegenseitig Blockade und Sabotage vor, dem 100 Milliarden Euro teuren Projekt droht das Aus. Vor allem am großen Airbus-Standort Manching in Oberbayern fürchtet man nun mittelfristig ein Ende des militärischen Flugzeugbaus in Deutschland. Denn in einigen Jahren läuft dort die Produktion des Eurofighters aus.

Gewerkschaft und Arbeitgeber ziehen an einem Strang

Es kommt nicht alle Tage vor, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber vereint zu Protesten aufrufen. Beim heutigen Aktionstag der IG Metall und des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie BDLI haben beide Seiten aber ein gemeinsames Ziel. Den Stillstand beenden, der aus ihrer Sicht das deutsch-französische Kampfflugzeug-Projekt FCAS lähmt.

FCAS, das steht für Future Combat Air System. Dahinter steckt das Konzept, dass bemannte Kampfflugzeuge künftig Teil eines Netzwerkes sind und wie eine Art Gehirn einen ganzen Schwarm von digital vernetzten Drohnen steuern.

Vorwurf: Dassault will Deutschland herausdrängen

Deutsche Manager und Militärs werfen Dassault vor, der Konzern blockiere das Projekt gezielt, um den Flugzeugbau de facto komplett an sich und damit nach Frankreich zu ziehen. Das würde bedeuten, dass der bayerische Airbus-Standort in Manching zu einer Zuliefer-Rolle degradiert würde. Dassault hat dieser Sichtweise zuletzt vehement widersprochen. Das Tischtuch zwischen den beiden Partner scheint aber endgültig zerschnitten. Insider sagten dem BR, auf industrieller Seite habe man mit dem Projekt in seiner ursprünglichen Form längst abgeschlossen.

Verlust von Jobs und nationaler Souveränität befürchtet

Das Management und auch der Betriebsrat von Airbus warnen, ein Ende von FCAS würde hierzulande den Verlust von Arbeitsplätzen und Know-How bedeuten. Es gehe dabei auch um die nationale Souveränität. Beim heutigen Aktionstag wollen sie für die schnelle Entscheidung für eine Alternative werben. Nach ihrer Vorstellung wäre ein Kampfflugzeugprojekt sinnvoll, bei dem Deutschland die industrielle Führung hat, etwa im Verbund mit der schwedischen Saab.

In ihrem Aufruf werben sie damit, dass eine solche Lösung den Standort Deutschland stärken und tausende von Arbeitsplätzen sichern würde und das nicht nur bei Airbus, sondern auch bei Zulieferern wie dem Münchener Triebwerksspezialisten MTU Aero Engines. Die Aktionen finden in Manching, Ottobrunn, München und Erding an verschiedenen Standorten von Airbus und MTU Aero Engines statt.

Haben bemannte Kampfjets überhaupt eine Zukunft?

Angesichts der hohen Kosten für ein neu zu entwickelndes Kampfflugzeug gibt es inzwischen aber auch durchaus Stimmen, die den Sinn eines solchen Projektes hinterfragen. So verwiesen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der frühere Airbus-Chef Tom Enders vor kurzem auf die rasante Entwicklung unbemannter Fluggeräte.

Neuartige Drohnen könnten demnach menschliche Piloten möglicherweise überflüssig gemacht haben, bis ein neuer deutscher Kampfjet in 15 oder mehr Jahren zur Verfügung steht. Auf Industrieseite widerspricht hier unter anderem MTU-Chef Johannes Bussmann. Er verweist auf Staaten wie die USA, China und Russland, die alle an neuartigen bemannten Flugzeugen arbeiten.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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