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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Filmemacher fordern Boykott israelischer Filminstitutionen
Kultur

Filmemacher fordern Boykott israelischer Filminstitutionen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 9. September 2025 16:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Zahlreiche Mitarbeitende aus der Film- und Fernsehbranche haben einen Aufruf unterzeichnet, in dem sie sich verpflichten, nicht mit israelischen Institutionen und Unternehmen zusammenzuarbeiten, die „an Völkermord und Apartheid gegen das palästinensische Volk beteiligt sind“. Mehr als 1.300 Filmschaffende haben das am Montag veröffentlichte Dokument nach Angaben der Organisatoren unterzeichnet. Darin heißt es weiter: „In diesem akuten Moment der Krise, in dem viele unserer Regierungen das Blutbad in Gaza ermöglichen, müssen wir alles tun, um die Mittäterschaft an diesem unerbittlichen Horror zu bekämpfen.“

Inhaltsübersicht
Vorwurf der Leugnung und Rechtfertigung von Kriegsverbrechen„Gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Grauen“Israel wegen Völkermords beim Internationalen Gerichtshof angeklagt

Vorwurf der Leugnung und Rechtfertigung von Kriegsverbrechen

Unter den Unterzeichnenden sind vielfach ausgezeichnete Persönlichkeiten aus der Filmbranche: Aus dem Bereich Regie etwa Yorgos Lanthimos, Ava DuVernay, Adam McKay, Mike Leigh, Asif Kapadia, Aki Kaurismäki und Ken Loach. Schauspielerinnen wie Olivia Colman, Ayo Edebiri, Beatrice Dalle, Hannah Einbinder, Tilda Swinton, Aimee Lou Wood und Cynthia Nixon, sowie Schauspieler wie Javier Bardem, Éric Cantona, Gael García Bernal und Mark Ruffalo haben sich der Initiative „Filmworkers for Palestine“ ebenfalls angeschlossen.

Die Petition sieht etwa Israels öffentlich-rechtliche und private Rundfunkanstalten als Institutionen, mit denen die Filmemacher nicht mehr zusammenarbeiten und auf deren Kanälen sie ihre Filme nicht mehr zeigen sollten. Begründung: Die israelischen Sender beschönigten, leugneten und rechtfertigten Kriegsverbrechen. Zudem habe sich die überwiegende Mehrheit der israelischen Kinos und Filmproduktionsfirmen nie für die „Rechte des palästinensischen Volkes eingesetzt“, lautete ein weiterer Vorwurf. Es gebe aber einige unbeteiligte Filmunternehmen, hieß es weiter. Beispiele wurden nicht genannt.

„Gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Grauen“

„Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um gegen die Mitschuld an diesem unerbittlichen Grauen vorzugehen“, heißt es in dem Boykott-Aufruf. Man folge dem Appell palästinensischer Filmemacher an die internationale Filmbranche, „Schweigen, Rassismus und Entmenschlichung“ abzulehnen. Die Kooperation großer israelische Filmfestivals in Jerusalem oder Haifa mit der israelischen Regierung wird als „Weißwaschung und Rechtfertigung“ des Regierungshandelns kritisiert.

Die Organisierenden sehen ihre Erklärung dabei in einer historischen Tradition: 1987 hatten prominente Regisseure wie Woody Allen, Jonathan Demme, Spike Lee, Martin Scorsese und Susan Seidelman den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan zum Boykott Südafrikas aufgerufen. Die „Filmmakers United Against Apartheid“ forderten seinerzeit auch von der Filmindustrie, ihre Werke nicht mehr in dem Apartheidstaat zu zeigen.

Israel wegen Völkermords beim Internationalen Gerichtshof angeklagt

Wegen des militärischen Vorgehens im Gazastreifen wird gegen Israel immer wieder der Vorwurf des Völkermords erhoben. Südafrika hat deshalb Klage beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht. Das Hauptverfahren wird sich über Jahre hinziehen. Der Begriff Völkermord bezeichnet laut UN-Konvention die Absicht, eine Bevölkerungsgruppe zu vernichten.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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