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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Fotograf Juergen Teller: Ein Superstar stellt in Erlangen aus
Kultur

Fotograf Juergen Teller: Ein Superstar stellt in Erlangen aus

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 20. Juni 2024 10:54
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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„Es war mir schon immer wichtig, hier zu sein und Sachen hier zu fotografieren, wo ich herkomme und auch im Gegenzug, was man so in der weiten Welt fotografiert. Seit ich meine Frau kenne, arbeiten wir halt auch zusammen“, erklärt der Künstler.

Inhaltsübersicht
Heimat: Bubenreuth versus KaunasTochter Iggy als Model – mit viel HumorIm Kunstpalais: Teller außergewöhnlich persönlichMit dem Papst im Frauengefängnis

Heimat: Bubenreuth versus Kaunas

Das Paar ist sehr heimatverbunden: Teller, der von 2014 bis 2019 auch Professor an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste war, konfrontiert die Motive rund um sein Elternhaus in Bubenreuth mit Aufnahmen aus dem litauischen Kaunas, der Heimat seiner Frau Dovile. Ein düsterer fränkischer Wald im Januar – daneben eine karge Vorortszenerie in Litauen. Viele Motive aus der fränkisch/litauischen Landschaft ähneln sich.

Tochter Iggy als Model – mit viel Humor

So melancholisch diese Serie ist, so humorvoll sind die Fotos, die Jürgen Tellers einjährige Tochter Iggy präsentieren. Juergen Teller zitiert hier seinen eigenen Motiv-Kosmos: Fotos, die ihn berühmt gemacht haben. Iggy darf Posen bekannter Modestars wie Kate Moss nachstellen. Mit dabei sind auch die legendären Fotos von Victoria Beckham, von der nur die gespreizten Beine aus einer riesigen Einkaufstasche herausragen und Kim Kardashian, die leicht bekleidet einen Hügel hochkriecht – Baby Iggy steht in Windeln vor einem Sandhaufen – zeigt ihre mollige Rückseite.

Iggy hatte mit ihrem Vater jedenfalls viel Spaß. „Sie wusste immer, wenn wir gearbeitet haben, hat die wirklich gearbeitet und die war super konzentriert und sitzt da genauso lässig wie ich auf dem Hocker und hat dann total in die Kamera geguckt und nicht nur ganz kurz, sondern die war da und hat sich alles angeschaut“, erinnert sich Teller an die Fotosessions mit seiner Tochter. Für Teller das geborene Model: Bei einer Prozession in Sizilien, bei der Neugeborene gesegnet werden oder im Gebiss eines Spielzeug-Krokodils – eine Pose, die auch Juergen Tellers Mutter mitgemacht hat.

Im Kunstpalais: Teller außergewöhnlich persönlich

Die Leiterin des Erlanger Kunstpalais‘, Amelie Deiss, ist stolz darauf, diese sehr persönlichen Arbeiten Tellers auszustellen: „So eine intime Ausstellung, das macht er halt jetzt nur hier in Erlangen und das ist auch wirklich was, was so gut zu diesem Ort passt, weil die Ausstellung ja nicht umsonst ‚Where we come from‘ heißt.“

„Woher wir kommen“ ist eine Ausstellung, die ganz spezielle Einblicke in Juergen Tellers Leben präsentiert, und dennoch bleibt sein tatsächliches Privatleben dabei außen vor. Dafür zeigen viele noch nicht veröffentlichte Fotos mit viel Witz und Ironie die junge Familie Teller und die Arbeit eines außergewöhnlichen Fotografen.

Mit dem Papst im Frauengefängnis

Wie anerkannt Teller in seiner außergewöhnlichen Art ist, zeigt auch ein Auftrag, von dem der Künstler bei der Eröffnung im Kunstpalais erzählt: Am 28. April hat Teller Papst Franziskus bei einem Besuch in einem Frauengefängnis begleitet und fotografiert – im Auftrag des Vatikans. Ein ganz besonderer Moment für Teller, wie er sagt.

Wann die Fotos von Papst Franziskus erscheinen werden, weiß der Künstler allerdings selbst noch nicht. Bis dahin lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch in „Where we come from“, zu sehen noch bis 6. Oktober im Kunstpalais Erlangen [externer Link].

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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