Direkt über Mike Sardinas Haus im Mittleren Westen fliegen jeden Tag die Flugzeuge. Er ist ein geschiedener, Anfang 50-Jähriger Provinz-Musiker aus Milwaukee mit langen Haaren und abgeranzter Lederjacke, der sich folgendermaßen beschreibt: „Ich bin kein Songwriter, ich bin kein Sexsymbol, ich will das Publikum bloß unterhalten.“ Er trifft auf Claire, die ähnlich bodenständige Träume hat: „Ich will keine Friseurin sein, ich will singen, ich will tanzen, ich will ’nen Garten, ich will ’ne Katze.“
Gute Schauspieler, schlechtes Drehbuch
Die alleinstehende Mutter zweier Kinder und der Aushilfs-Automechaniker kommen zusammen. Nach dem ersten Kuss auf der Veranda geht es schnell, mit der Liebe und der kleinen Karriere als Neil Diamond-Tribute Duo. Dann sind aber erst gut 45 Minuten von deutlich über zwei Filmstunden vorbei. Bis dahin ist „Song Sung Blue“ zwar reichlich oberflächlich, aber nett anzusehen, Oldschool-Wohlfühl-Kino.
Dann rummst wortwörtlich das Schicksal in die Aufsteiger-Story und drückt gewaltig auf die Tränendrüsen der Kino-Zuschauer. Kate Hudson spielt Claire Sardina eindringlich und glaubhaft, wurde zu Recht für einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin nominiert. Nur rettet das den Film nicht vor zu viel Kitsch und Schmalz, wenn Mike etwa Sätze sagt wie. „Jedes Danke, was ich habe, geht an dich Darling. Du bist meine ‚August Night‘, mein ‚September Morning‘, mein ‚Heartlight‘, mein ‚Cracklin‘ Rosie‘.“

