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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Vor Trump-Besuch: Weltwirtschaftsforum am Scheideweg
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Vor Trump-Besuch: Weltwirtschaftsforum am Scheideweg

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 20. Januar 2026 18:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Er ist wieder da: Nach 2018 und 2020 wird US-Präsident Donald Trump dieses Jahr dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wieder die Ehre erweisen. Einen größeren Gefallen hätte er dem Jahrestreffen von Wirtschafts- und Politikprominenz in den Schweizer Bergen kaum tun können.

Inhaltsübersicht
Trump als Publikumsmagnet beim Weltwirtschaftsforum – und als RisikoTrump-Rede am Mittwochnachmittag mit Spannung erwartetAbschied von Klaus Schwab: Ein WEF-Kapitel geht zu EndeDavos in der Imagekrise: Gelingt der Neustart des Forums?

Trump als Publikumsmagnet beim Weltwirtschaftsforum – und als Risiko

Denn während das WEF in den vergangenen Jahren an Bedeutung einbüßte, reisen diesmal rund 3.000 Teilnehmer an: darunter 65 Staats- und Regierungschefs – beides ein Rekord. Auch Trump wird mit der größten US-Delegation nach Davos kommen, die das Forum je gesehen hat, etwa mit Außenminister Marco Rubio und Finanzminister Scott Bessent.

Da wirkt es fast ironisch, dass das Weltwirtschaftsforum dieses Jahr unter dem Motto „Im Geiste des Dialogs“ steht. Kaum ein westlicher Staatschef verkörpert weniger diesen Dialog als der US-Präsident – was gerade seine Grönland-Politik erneut eindrucksvoll verdeutlicht: Trump kündigte höhere Zölle für Deutschland und sieben weitere europäische Länder an, weil sich diese seinem Plan in den Weg stellen, Grönland von Dänemark zu übernehmen.

Trump-Rede am Mittwochnachmittag mit Spannung erwartet

Offene Machtpolitik und Dialog? Die Veranstalter selbst sehen darin keinen Widerspruch. Co-Chef André Hoffmann sagte: „Ein Anlass wie das WEF ohne US-Vertreter macht für mich kaum Sinn.“ Es sei seit jeher Aufgabe des Forums, „verschiedene und wichtige Stimmen“ miteinander ins Gespräch zu bringen.

Bereits bei seinem letzten persönlichen Auftritt 2020 hatte sich Trump wenig um die Agenda gekümmert und das Wort „Nachhaltigkeit“ – immerhin Teil des damaligen Mottos – kein einziges Mal in den Mund genommen. Für die diesjährige Rede am Mittwochnachmittag erwartet Co-Chef Hoffmann auch „grundsätzlich keine Wunder“. Am Donnerstag wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Davos zu Gast sein.

Abschied von Klaus Schwab: Ein WEF-Kapitel geht zu Ende

2026 ist zudem ein Einschnitt in der Geschichte des Forums: Erstmals findet es ohne seinen Gründer Klaus Schwab und ohne Mitglieder seiner Familie statt. Seit 1971 hatte der deutsche Ökonom das Forum geprägt und vom europäischen Managementtreffen zur globalen Marke ausgebaut – zu einem „Mekka der Globalisierung“, wie es häufig genannt wird.

Schwab zog sich im vergangenen Jahr unter erheblichem Druck zurück, beim diesjährigen Treffen wird kaum mehr etwas an den 87-Jährigen erinnern. Anonyme Whistleblower hatten ihm unter anderem vorgeworfen, private und berufliche Ausgaben und Interessen miteinander zu vermischen und Studien zu verändern.

Davos in der Imagekrise: Gelingt der Neustart des Forums?

Das WEF leitete eine unabhängige Untersuchung ein, eine internationale Kanzlei prüfte die Vorwürfe. Am Ende wurde Schwab entlastet: Er habe sich kein „schwerwiegendes Fehlverhalten“ zu Schulden kommen lassen. Doch die mediale Schlammschlacht hinterließ ihre Spuren und kratzte am Ansehen der Jahrestagung. Inzwischen leitet neben Hoffmann Blackrock-Chef Larry Fink die Organisation.

Davos 2026 steht somit für einen doppelten Stresstest: Kann das Weltwirtschaftsforum unter neuer Führung und mit einem umstrittenen US-Präsidenten als Hauptakteur zeigen, dass ein „Geist des Dialogs“ mehr ist als ein Motto?

Angesichts einer Rekordzahl an Staats- und Regierungschefs mag das WEF relevant wie nie scheinen. Doch Trump als temporäres Aushängeschild sichert langfristig noch nicht sein Überleben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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