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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Nostalgie-Trip? „Britpop“ – das neue Album von Robbie Williams
Kultur

Nostalgie-Trip? „Britpop“ – das neue Album von Robbie Williams

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 20. Januar 2026 16:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Britpop“ beginnt mit einem Schönheitsfehler: Denn das neue Album von Robbie Williams erscheint 2026 und nicht 2025, wie ursprünglich geplant. Und das bedeutet eben auch: 31 und nicht 30 Jahre nach 1995.

Inhaltsübersicht
Robbie Williams Wurzeln liegen im BritpopBritpop fehlen die großen Songs

Aber dieses Jahr bildet den eigentlichen Referenzrahmen für Williams neues Album – das macht schon das Albumcover deutlich. Ein Foto zeigt ihn in roter Adidasjacke und blondierten Haaren. Aufgenommen auf dem Glastonbury-Festival in England. Eben im Jahr 1995, das wie kein anderes dafür steht was Britpop war.

Robbie Williams Wurzeln liegen im Britpop

Denn in diesem Jahr veröffentlichten Oasis ihr zweites Album „(What’s the Story) Morning Glory?“. Blur ihr viertes Album „The Great Escape“. Der „Battle of Britpop“ zwischen den beiden Rivalen erreichte seinen Höhepunkt: Hier die Rüpel aus Manchester und dort die Feingeister aus London. Und dazwischen stolperte ein frisch gebackenes Ex-Boygroup-Mitglied herum, das Oasis-Mastermind Noel Gallagher nach einer kurzen Phase der friedlichen zum Teil sogar freundschaftlichen Koexistenz irgendwann einen „fetten Tänzer“ schimpfte, was der Geschmähte wiederum robust konterte und Noels Bruder Liam zum Boxkampf herausforderte.

Bis heute ist daraus nichts geworden. Aber während bei Oasis die Hits pro Album über die Jahre immer weniger wurden, mauserte sich Robbie Williams zu einem der erfolgreichsten männlichen Solokünstler Europas. Unter dem Label Britpop ist seine Musik nie gelaufen. Aber Williams Wurzeln liegen in seinem eigenen Selbstverständnis genau dort: „Im Britpop ging es nicht nur um Musik, es ging um Kunst und Mode. Die größten Bands waren Blur, Oasis, Radiohead und dann vielleicht noch Pulp. Meine Lieblingsband war Pulp. Aber ich wäre gerne so gewesen wie Oasis – dieses Adrenalin, dieses Scheiß-egal-Gehabe fand ich toll.“

Britpop fehlen die großen Songs

Mit „Britpop“ habe er das Album gemacht, das er nach seinem Ausstieg bei Take That 1995 immer hatte machen wollen, erklärte Williams. Aber es darf bezweifelt werden, dass dieses Album Mitte der 90er-Jahre, in der Hochphase des Britpop, große Aufmerksamkeit bekommen hätte. Das liegt einerseits an der starken Konkurrenz, aber auch am Album selbst.

Denn Britpop fehlen die großen Songs. Es gibt viele schöne Ansätze, aber oft sind die Stücke nicht stringent von vorne bis hinten durchkomponiert. Eine schöne Strophe hier, ein guter Refrain dort. Aber am Ende können nur wenige Stücke als Ganzes überzeugen. Etwa die gitarrentriefende Up-Tempo-Nummer „Rocket“, das klavierstampfende „Cocky“ und die Streicherhymne „It’s OK Until The Drugs Stop Working“, dessen Titel – Zufall oder nicht – stark an den The Verve-Klassiker „The Drugs Don’t Work“ erinnert.

Bei aller Nostalgie kann Robbie Williams am Ende wohl froh sein, dass seine Solokarrieren nicht 1995 mit dem Album „Britpop“ sondern 1997 mit „Life Thru a Lens“ begonnen hatte. Das lief zwar nie wirklich unter dem Label Britpop, hat aber mit Songs wie „Angels“ die Popkultur tiefgreifender geprägt als so manches Britpop-Album.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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