WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
  • Home
  • Wirtschaft
    Wirtschaft
    Die Kategorie „Wirtschaft“ in der WirtschaftsRundschau bietet umfassende Berichterstattung und Analysen zu nationalen und internationalen Wirtschaftsthemen. Hier finden Leser aktuelle Informationen zu Finanzmärkten, Unternehmensentwicklungen, Wirtschaftspolitik…
    Mehr laden
    Top Schlagzeilen
    Börsen-Ticker: DAX verliert, im Fokus Douglas und Aroundtown
    29. Mai 2024
    Nächste Förderrunde für Heizungstausch gestartet
    29. Mai 2024
    Unternehmen in Schieflage: Stadt Kelheim hilft Faserhersteller
    29. Mai 2024
    Neuste Schlagzeilen
    Warum die Krise beim Wohnbau anhält
    5. Oktober 2026
    Amazon Prime-Urteil: Das bedeutet es für andere Abo-Preise
    5. Oktober 2026
    Ukraine – Milliardenaufträge für bayerische Rüstungsfirmen
    5. Oktober 2026
    Online-Glücksspiel: Trotz Legalisierung – Schwarzmarkt bleibt
    5. Oktober 2026
  • Netzwelt
    NetzweltMehr laden
    Zweiklassen-KI: Gratis-Chatbot oder Abo – was sich für wen lohnt
    1. Oktober 2026
    Nach dem LMU-Hack: Was Studis und Erstis jetzt wissen müssen
    1. Oktober 2026
    Wie die europäische Plattform „W Social“ X ersetzen will
    30. September 2026
    Sicherheitsbedenken: OpenAI veröffentlicht neues KI-Modell nicht
    29. September 2026
    KI von OpenAI eigenmächtig: ChatGPT-Nutzer-Bilder hochgeladen
    26. September 2026
  • Wissen
    WissenMehr laden
    Fleischallergie nach Zeckenstich: Das steckt dahinter
    5. Oktober 2026
    Medizin-Nobelpreis geht an Würzburger und zwei weitere Forscher
    5. Oktober 2026
    Nach PISA: Die Lehrpläne sind zu voll – aber was kann raus?
    5. Oktober 2026
    Sindbis-Virus: Erste Infektion in Deutschland, milde Symptome
    2. Oktober 2026
    Autonome Taxis, selbstfahrende Busse – was rollt da auf uns zu?
    2. Oktober 2026
  • Kultur
    KulturMehr laden
    Buchpreis-Siegerin Shida Bazyar: Darum geht es in „Die Lücken“
    5. Oktober 2026
    „Wahrhaft mittelalterlich“: Putin schweigt zu Pest-Gerüchten
    5. Oktober 2026
    Unabhängige Asylberatung: Kürzung um fast 80 Prozent
    5. Oktober 2026
    Warum Pedanten besser sind als ihr Ruf
    5. Oktober 2026
    Franz von Assisi: Nach 800 Jahren immer noch ein Vorbild
    4. Oktober 2026
  • Lesezeichen
Gerade: Wie der Papiermüller Hanns Huber die NSDAP-Akten rettete
Teilen
Benachrichtigungen
Schriftgröße ändernAa
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
Schriftgröße ändernAa
  • Wirtschaft
  • Wissen
  • Kultur
  • Netzwelt
  • Home
  • Wirtschaft
  • Netzwelt
  • Wissen
  • Kultur
  • Lesezeichen
WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Wie der Papiermüller Hanns Huber die NSDAP-Akten rettete
Kultur

Wie der Papiermüller Hanns Huber die NSDAP-Akten rettete

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. Oktober 2026 14:46
Von Uta Schröder
Teilen
3 min. Lesezeit
Teilen

 

Ende April 1945. Bei Nacht und Nebel rollen Transporter mit Tonnen von Papier aus der Münchner Innenstadt nach Norden. „Die Karteikarten wurden in Lkw-Ladungen nach Freimann gefahren und dann in der Kartonagefabrik einfach ausgekippt“, erzählt Kunsthistorikerin Iris Lauterbach. In den Transportern befinden sich hunderttausende Mitgliedskarten der NSDAP. Die Nazis wollen sie in der Papierfabrik Wirth in München Freimann vernichten, um sie nicht den anrückenden Amerikanern zu überlassen.

Inhaltsübersicht
Für die NSDAP-Akten setzte Huber sein Leben aufs SpielNachwirkungen der Nazi-Kartei bis heute

Hanns Huber ist damals Geschäftsführer der Fabrik. Und er tut erst einmal: nichts, spielt auf Zeit, bedeckt die Akten einfach mit anderem Altpapier. Das war für ihn hochriskant, sagt die Kunsthistorikerin Iris Lauterbach. „Denn das war eine Zeit, in der die Nazis hochnervös waren und jeden, der sich widersetzte, sofort erschossen haben.“

Für die NSDAP-Akten setzte Huber sein Leben aufs Spiel

Warum riskierte Hanns Huber für die Karten sein Leben? Historikerin Iris Lauterbach vermutet, dass das auch mit seinen persönlichen Erfahrungen zu tun haben könnte: „Man weiß, dass ein Bruder von ihm emigrieren musste, wegen seiner jüdischen Frau. Das ist also völlig klar, dass der einen anderen Blick auf das NS-Regime hatte als die vielen NSDAP-Fans.“

Iris Lauterbach hat über Jahre die Geschichte der Mitgliederdatei erforscht. Eintritte, Todesfälle, Umzüge, alles wurde dort akribisch dokumentiert. Als die NSDAP-Mitgliedsakten vor einigen Monaten online gestellt wurden, bei Spiegel, Zeit und Süddeutscher Zeitung, brachen zum Teil die Server zusammen – so groß war das Interesse.

Auch Journalistin Katharina Riehl tippte den Namen ihres Opas ein. Und war schockiert: Er war nicht nur Parteimitglied, sondern auch bei der Schlägertruppe SA: „Ich hab wirklich am Anfang gedacht, das muss ein Fehler sein. Dann hab ich meiner Mutter geschrieben. Sag mal Mama, wann ist der Großvater geboren? Dann war schon irgendwie klar, dass das vermutlich keine Verwechslung ist.“

Nachwirkungen der Nazi-Kartei bis heute

Bisher dachte Katharina Riehl, ihr Großvater sei eine Art Widerstandskämpfer gewesen, erschossen von fanatischen Nazis, in den letzten Kriegstagen, zusammen mit vier weiteren Männern, weil sie Altötting kampflos den Amerikanern übergeben wollten. In der Stiftskirche gibt es sogar eine Gedenkstätte. Jetzt muss ein Teil der Familiengeschichte neu geschrieben werden: „Wie kann es sein, dass das nicht besprochen wurde und auch ich selber nie wirklich nachgefragt habe. Wenn man dann im Gymnasium den Nationalsozialismus durchgenommen hat, dann wusste man, meine Familie war ja auf jeden Fall auf der richtigen Seite gestanden. Das war natürlich auch ganz angenehm. Das treibt mich ehrlich gesagt emotional stärker um als die Frage, ob der Großvater jetzt gut oder böse war.“

Katharina Riehl nimmt die NSDAP-Mitgliedschaft ihres Opas zum Anlass, weiter zu seiner Geschichte zu forschen. Der Retter der Nazi-Akten, Hanns Huber, starb 1951. Sein mutiges Handeln verändert gerade bei vielen den Blick auf die eigene Familie.

 

Dir gefällt vielleicht

Buchpreis-Siegerin Shida Bazyar: Darum geht es in „Die Lücken“

„Wahrhaft mittelalterlich“: Putin schweigt zu Pest-Gerüchten

Unabhängige Asylberatung: Kürzung um fast 80 Prozent

Warum Pedanten besser sind als ihr Ruf

Franz von Assisi: Nach 800 Jahren immer noch ein Vorbild

Diesen Artikel teilen
Facebook Twitter Whatsapp Whatsapp Link kopieren Drucken
Was denken Sie?
Liebe0
Traurig0
Glücklich0
Wütend0
Avatar-Foto
Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
Vorheriger Artikel Medizin-Nobelpreis geht an Würzburger und zwei weitere Forscher
Nächster Artikel Warum Pedanten besser sind als ihr Ruf
Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Letzte Beiträge

Buchpreis-Siegerin Shida Bazyar: Darum geht es in „Die Lücken“
Kultur 5. Oktober 2026
„Wahrhaft mittelalterlich“: Putin schweigt zu Pest-Gerüchten
Kultur 5. Oktober 2026
Warum die Krise beim Wohnbau anhält
Wirtschaft 5. Oktober 2026
Fleischallergie nach Zeckenstich: Das steckt dahinter
Wissen 5. Oktober 2026
WirtschaftsRundschauWirtschaftsRundschau
© 1984-2025 WirtschaftsRundschau. Alle Rechte vorbehalten.
  • Meine Lesezeichen
  • Kontakt
  • Datenschutz
Welcome Back!

Sign in to your account


Lost your password?