Mächtig – aber nur etwas für Experten
Mit dem Hype kamen auch die Warnungen. Denn anders als ChatGPT kann OpenClaw echten Schaden auf Computern anrichten. Wenn ein Agent etwa E-Mails liest und Webseiten verarbeitet, können Angreifer manipulierte Inhalte einschleusen, die den Assistenten zu ungewollten Aktionen verleiten.
Mehrere Tech-Unternehmen haben ihren Mitarbeitenden die Nutzung von OpenClaw auf Firmengeräten deshalb verboten. In der öffentlichen Erweiterungs-Bibliothek des Projekts, dem sogenannten „ClawHub“, tauchten mindestens 14 bösartige Erweiterungen auf – als Krypto-Tools getarnt, tatsächlich aber darauf ausgelegt, schädlichen Code auszuführen.
Dennoch – oder gerade wegen der etwas verwegenen Idee – wurde OpenClaw unter KI-Enthusiasten schnell zum Hit. Denn wer technisch versiert ist, kann mit einem Agenten dieser Art tatsächlich einiges herausholen.
Der Sprung zu OpenAI
Nun folgt das nächste Kapitel der Geschichte: Peter Steinberger wechselt in die USA, zu ChatGPT-Entwickler OpenAI. Dort will er an der nächsten Generation persönlicher KI-Agenten arbeiten. Sein Ziel, wie er es selbst beschreibt: ein Agent, den sogar seine Mutter bedienen kann. OpenClaw soll dabei Open Source bleiben und in eine Stiftungsstruktur überführt werden, unterstützt von OpenAI.
Sam Altman, Chef von OpenAI, begrüßte Steinberger bei OpenAI und bezeichnete ihn als „Genie“.
„In Europa werde ich beschimpft“
Steinberger machte auf der Plattform X keinen Hehl daraus, warum er Europa den Rücken kehrt. „In der USA sind die meisten Menschen enthusiastisch“, schrieb er dort. „In Europa werde ich beschimpft, Leute schreien ‚Regulierung‘ und ‚Verantwortung‘. Und wenn ich wirklich hier eine Firma baue, dann kann ich mich mit Themen wie Investitionsschutzgesetz, Mitarbeiterbeteiligung und lähmenden Arbeitsregulierungen abkämpfen. Bei OpenAI arbeiten die meisten Leute 6-7 Tage die Woche und werden dementsprechend bezahlt. Bei uns ist das illegal.“
Steinberger ist nicht der erste Fall dieser Art. Die KI-Revolution wird maßgeblich von europäischen Entwicklern angetrieben – viele auch aus Deutschland. Doch die allermeisten davon haben Europa längst den Rücken gekehrt und leben mittlerweile in den USA.

