Seit 2017 immer mehr Rentner
Die Deutsche Rentenversicherung spürt aber schon seit einigen Jahren, dass es immer mehr Rentnerinnen und Rentner gibt. Der Grund dafür ist, dass, auch wenn der Höhepunkt der Welle noch nicht erreicht ist, sie sich doch zumindest schon aufbaut: Seit 2017 ist die Zahl der Menschen, die jährlich neu in die Rente kommen, in jedem Jahr deutlich gestiegen.
Dazu trägt auch bei, dass viele Menschen bereits vor dem gesetzlichen Rentenalter in den Ruhestand gehen. Nur knapp ein Viertel der 66-Jährigen in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt (externer Link) überhaupt noch erwerbstätig. Das liegt auch an der Frühverrentung, die nach vielen Arbeitsjahren möglich ist. Diese Regelung wird oft als „Rente mit 63“ bezeichnet. Dadurch können Menschen je nachdem, wann sie geboren sind, auch früher in Rente gehen – vorausgesetzt, sie haben mindestens 35 beziehungsweise 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt.
Viele Neurentner, viele neue Jobs?
Wenn also bis heute schon viele Ältere in den Ruhestand gegangen sind, wo bleiben dann all die neuen Jobs? Das fragen sich auch die User von BR24.
„MaxH“ kommentiert: „Wer soll das verstehen? Die Boomer gehen in Rente und machen Arbeitsplätze frei, trotzdem steigt die Zahl der Arbeitslosen“. BR24-User „Dangadad“ berichtet aus seiner eigenen Firma. Dort seien mehr als die Hälfte der Belegschaft 55 Jahre oder älter: „Eigentlich müsste die Firmenleitung bereits jetzt Nachwuchs zusätzlich einstellen, damit die Berufserfahrung noch weitergegeben werden kann. Aber dafür fehlt Personal, Geld und manchmal auch der Weitblick“. Nutzer „Anton_Berg“ ist skeptisch, dass es in der nächsten Zeit viele neue Jobs geben wird: „Natürlich werden die Jobs nicht neu besetzt. Zum Teil sind sie überflüssig, der Rest der Arbeit wird auf die kleinere Belegschaft verteilt“. Und BR24-User „Sokrates_MI“ glaubt, dass viele Jobs vor allem im Handwerk oder direkt damit zusammenhängenden Berufen frei werden. Für ihn scheitert es eher daran, wer diese Arbeit machen kann: „Um z.B. ein guter Disponent, Bauleiter, Projektplaner speziell in Bereichen zu sein, die das Handwerk „planen“, muss man erstmal selbst Fähigkeiten haben, wissen wie Dinge funktionieren, produziert werden, etc. Die Jungen könnten das sicher lernen. Aber das dauert“.
Woran hakt es bisher?
Einen wichtigen Grund sieht IAB-Direktor Fitzenberger in der schwierigen wirtschaftlichen Lage der vergangenen Jahre: „Zurzeit will die Wirtschaft auf einem historisch niedrigen Stand einstellen“. Viele Branchen wollten momentan eher Stellen abbauen.
Bei Jobs, die Firmen nicht streichen, aber auch nicht neu besetzen wollen, setzen viele lieber auf eine Alternative: Sie bitten ihre Mitarbeiter in Teilzeit oder im Minijob, über die Regelalterszeit hinaus zu arbeiten. „Tatsächlich sieht man bei den Babyboomern die Tendenz, dass sie sich länger am Arbeitsmarkt beteiligen“, sagt Andreas Mergenthaler vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.
Die Rentenwelle der Babyboomer trifft nicht alle Branchen gleich
Außerdem kommt es auch immer auf den Ort und die Branche an, wie stark die Rentenwelle der Babyboomer zu spüren ist. Im Vergleich mit anderen Bundesländern hat Bayern noch einen verhältnismäßigen „jungen“ Arbeitsmarkt.

