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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Europas führende Startup-Hubs sitzen in Bayern
Wirtschaft

Europas führende Startup-Hubs sitzen in Bayern

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. März 2026 09:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Wäre der Wettbewerb zwischen Europas Startup-Förderzentren eine olympische Disziplin, dann hätte Bayern im diesjährigen Vergleich alle drei Medaillen abgeräumt. Gold und Silber gingen in dieser Wertung nach München und zwar an die Einrichtungen UnternehmerTUM und Start 2 Group. Bronze wiederum sicherte sich BayStartUP aus Nürnberg. Für ihre Erhebung verglich die Financial Times zusammen mit den Datenspezialisten von Statista insgesamt 180 Einrichtungen in Europa, die Jungunternehmen fördern, indem sie diese unter anderem mit Investoren und etablierten Firmen aus der Industrie vernetzen.

Inhaltsübersicht
Was macht ein gutes Startup-Hub aus?Drei Champions aus dem FreistaatRekordjahr bei Startup-GründungenStimmung unter deutschen Startups gespaltenEs fehlt oft an Aufträgen und an Investoren

Was macht ein gutes Startup-Hub aus?

Dabei wurden die sogenannten Startup-Hubs unter verschiedenen Kriterien benotet, woraus sich eine Gesamtbewertung errechnet. So spielte eine Rolle, wie gut sich Jungunternehmen über das jeweilige Hub regional, aber auch international vernetzten können.

Ebenfalls wichtige Faktoren: Stehen hilfreiche und engagierte Mentoren zur Verfügung und welche Qualität und Möglichkeiten bieten Büros, Labore und Werkstätten vor Ort?

Drei Champions aus dem Freistaat

Die meisten Punkte sammelte unter dem Strich die Münchener UnternehmerTUM, die das dritte Mal in Folge den ersten Platz belegte. Die Nummer zwei des Rankings, die Münchener Start 2 Group punktete unter anderem mit ihrem internationalen Netzwerk. BayStartUp aus Nürnberg wiederum überzeugte offenbar mit seiner Kompetenz, Gründer in der Frühphase ihrer Unternehmen mit Geldgebern zu vernetzen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger reagierte erfreut auf das gute Abschneiden im Ranking und sagte, das sei kein Zufall. Der Freistaat unterstütze Start-ups mit Coaching, Infrastruktur, Netzwerken und Kapital. Jeder Euro und jede Bemühung, die man in solche jungen Unternehmer investiere sei Gold wert. Denn die Unternehmer von heute seien die Garanten für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft von morgen.

Rekordjahr bei Startup-Gründungen

Grundsätzlich ist die Startup-Szene in Deutschland sehr lebendig. So gab es im vergangenen Jahr einen Rekord. Der Startup-Verband zählte in seinem Report „Next Generation – Startup-Neugründungen in Deutschland“ (externer Link) 3.568 neue Firmen, so viele wie noch nie.

Im Jahresvergleich war das ein Plus von 29 Prozent. Auffallend war demnach, dass sich diese Jungunternehmen nicht mehr auf wenige Hotspots wie München oder Berlin konzentrieren, sondern sich mehr und mehr in der Fläche befinden. Spitzenreiter bei den Gründungen war der Freistaat Bayern.

Stimmung unter deutschen Startups gespalten

Trotz dieser Lichtblicke – Insgesamt sieht die deutsche Startup-Szene bei den Rahmenbedingungen noch einigen Verbesserungsbedarf. Deswegen ist die Stimmung unter Gründern auch geteilt. So blicken die hiesigen Firmen nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom (externer Link) gespalten auf den heimischen Standort. Aktuell würde demnach nur die Hälfte wieder in Deutschland gründen. 20 Prozent würden sich demnach für ein anderes EU-Land entscheiden, 11 Prozent für ein anderes Land der Welt.

Die USA unter Präsident Donald Trump stehen aber auch nicht hoch im Kurs: Dort würde es rückblickend 7 Prozent der Gründer hinziehen. Jede elfte der Firmen rechnet außerdem im laufenden Jahr mit der Pleite.

Es fehlt oft an Aufträgen und an Investoren

Der Bitkom sieht ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Demnach kommen viele Startups zwar voran, aber ebenso viele kämpfen mit der schwierigen konjunkturellen Lage, so Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Seiner Einschätzung nach würde es den Firmen helfen, gäbe es leichterer Zugang zu öffentlichen Aufträgen und weniger Regulierung.

Darüber hinaus fehle es der Branche in einer entscheidenden Phase an potenten Geldgebern. So sei es zwar bei der Gründung nicht schwer, Investoren zu finden. Dort geht es in der Regel um vergleichsweise überschaubare Beträge. Bei der Expansion in den Markt fehle es hierzulande dann aber an der Anschlussfinanzierung durch größere Investoren.

Deswegen sind viele hiesige Jungunternehmen auf Geldgeber aus dem Ausland angewiesen, vor allem den USA. So kritisierte der deutsche Startup-Verband kürzlich, es fehle im internationalen Vergleich an Wagniskapital, um Firmen groß zu machen. Demnach flossen 2025 in den USA pro Kopf mehr als 700 Euro in Startups. In Deutschland seien es dagegen nicht einmal 90 Euro gewesen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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