đŹ âDein Argumentâ greift Euren Input auf: Kommentare aus der BR24-Community sind Anlass fĂŒr diesen Beitrag. đŹ
Das Auto irgendwo abstellen â das kann ins Geld gehen. Pro Stunde sind in bayerischen Kommunen teilweise gleich mehrere Euro fĂ€llig â auĂer fĂŒr Elektroauto-Besitzer. Diese brauchen auf öffentlichen ParkplĂ€tzen fĂŒr bis zu drei Stunden Parken nichts bezahlen. Das fĂŒhrt dazu, dass die Kommunen ĂŒber EinnahmeausfĂ€lle klagen. Viele Menschen in Bayern finden die Regel auĂerdem ungerecht. Warum die Politik derzeit die unterschiedlichsten Initiativen ergreift, hat einen entscheidenden Grund.
BR24-User âHerr_DĂŒsentriebâ kommentiert dazu richtig: âBis 2045 muss die Bundesrepublik Deutschland klimaneutral sein. So steht es im Klimaschutzgesetz und im Grundgesetz.â
Damit begrĂŒndet er, warum E-Pkw gefördert werden und Verbrenner nicht.
Gratisparken: Bayerns Regierung will E-Auto-Absatz ankurbeln
Die abgelöste Ampelregierung hatte das Ziel, bis zum Jahr 2030 15 Millionen Elektroautos auf deutsche StraĂen zu bringen. Ob die neue Regierung daran festhĂ€lt, ist noch unklar. Doch gegenwĂ€rtig sind nur rund zwei Millionen E-Autos zugelassen. Die schwarz-rote Koalition plant, mit Sonderabschreibungen fĂŒr batteriebetriebene Firmenfahrzeuge die Zahl der E-Fahrzeuge zu erhöhen.
Die bayerische Staatsregierung will ihrerseits Anreize fĂŒr umweltfreundliche E-MobilitĂ€t schaffen und hat deshalb die ParkgebĂŒhren fĂŒr Elektroautos fĂŒr bis zu drei Stunden abgeschafft. Die Regelung betrifft öffentliche ParkplĂ€tze und gilt seit April.
Ărger um Gratisparken fĂŒr E-Autos: UnnĂŒtze Neiddebatte?
WĂ€hrend die einen das ungerecht gegenĂŒber den Besitzern von Verbrenner-Pkw finden, sprechen andere von einer unnĂŒtzen Neiddebatte.
User âWittelsbachMonarchâ argumentiert, man streite hier ĂŒber Peanuts. Nutzer âprobonocontramalumâ sieht einen Mitnahmeeffekt und verweist auf andere Subventionen: âDas ist genau wie dieses 59-Euro-Ticket. Da zahlen die, die frĂŒher 150 Euro fĂŒr die Monatskarte gezahlt haben, nur noch ein Drittel.â
Das bayerische Innenministerium will die teilweise ParkgebĂŒhrenbefreiung in gröĂerem Kontext verstanden wissen. Wie ein Sprecher BR24 sagte, sei das Argument, dass E-Autofahrer hier etwas geschenkt bekommen, wĂ€hrend die anderen zahlen mĂŒssen, ein ânachvollziehbarer Gedankeâ. Diese MaĂnahme sei aber nur ein Teil einer Vielzahl weiterer Aktionen zur Förderung der ElektromobilitĂ€t und ein unbĂŒrokratischer zusĂ€tzlicher Anreiz.
Kostenlos Parken: Kann das ein Grund fĂŒr E-Auto-Kauf sein?
BR24-User âLechrainerâ bezweifelt aber, ob so ein Anreiz seinen Zweck erfĂŒllt: âWir fahren seit einigen Jahren ein E-Auto. Der Grund fĂŒr den Kauf war sicher nicht die Aussicht auf kostenloses Parken.â
Abgesehen davon, ob teilweise kostenloses Parken wirklich die Deutschen zum Kauf eines Elektroautos animieren kann, sehen viele BR24-User darin eine groĂe Ungerechtigkeit.
Sogar manch ein E-Autofahrer selbst, wie User âMY_Commentâ: âIch habe ein E-Auto. Aber fĂŒr mich ist das Diskriminierung. Und treffen tut das letztlich wieder die sozial SchwĂ€cheren, da diese sich kein E-Auto leisten können.â User âEagle1â beklagt: âWie immer in der Politik: eine âZweiklassengesellschaftâ!â
Kritik am Gratisparken auch von Opposition und CSU-Politikern
Das findet auch User âCodedocâ: âAls ob sich z.B. ein Krankenpfleger ein E-Auto + Solaranlage + Ladestation leisten kann. Zur Arbeit kommen muss er aber trotzdem, und das im Schichtdienst auĂerhalb von ĂPNV-Zeiten. Was bekommt er dafĂŒr? COâ-Steuer als Strafe fĂŒr sein âumweltfeindliches Verhaltenâ.â
Letztlich argumentieren diese User wie viele Kritiker der bayerischen Opposition und letztlich auch der CSU selbst. So bezeichnet der Kemptener OberbĂŒrgermeister Thomas Kiechle (CSU) das kostenlose Parken fĂŒr E-Autos als inakzeptabel. Die bayerische Landtags-AfD spricht von einer Verbrenner-Autofahrer diskriminierende Verordnung, die gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstöĂt.
Gratisparken: Noch mehr Parkplatznot in StÀdten?
Mathias Kreitinger, Rechtsreferent der Stadt FĂŒrth, weist in der BR-Fernsehsendung âquerâ noch auf ein anderes Problem hin: Besitzer von E-Autos, die bislang mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum gefahren sind oder auĂerhalb geparkt haben, könnten nun in die Stadt reinfahren. Damit werde es fĂŒr alle schwieriger, dort noch einen Parkplatz zu finden, so Kreitinger.
User âChristian_August_Vulpiusâ kann die Aufregung um das Gratisparken von E-Autos nicht verstehen und auch das Klagen von Kommunen wegen wegfallender ParkgebĂŒhren: âWegen einem Dutzend E-Autos, die das Gratisparken nutzen können, wird so ein Aufriss gemacht, egal ob von Kommunen oder Kommentatoren/innen.â
Er verweist darauf, dass es immer noch sehr wenige Elektroautos gibt. Laut Statistischem Bundesamt lag der Marktanteil von rein batteriebetriebenen Pkw bei 3,3 Prozent.

