Busse bleiben im Depot, Straßen- und U-Bahnen stehen in Parkposition, die Werkstätten sind nicht besetzt: Wenn im öffentlichen Nahverkehr gestreikt wird, dann bekommen das viele zu spüren. Nach den bereits angekündigten Aktionen heute und morgen in Bamberg trifft es Regensburg (19. und 20.2.), Augsburg (19.2.), Passau (20.2.) und Landshut (20.2.). Fahrgäste in den Städten müssen sich auf erhebliche Folgen einstellen, so Verdi.
Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr – Folgen für Fahrgäste
Wie sehr sich der Warnstreik auswirkt, das hängt von der Streikbereitschaft der Beschäftigten ab. Aber nicht nur. Zum Teil werden Linien von privaten Anbietern bedient. Die dürfen nicht bestreikt werden, weil bei ihnen ein anderer Tarifvertrag gilt.
Die Kommunen können zudem einen Notfallfahrplan einrichten mit einem privaten Busunternehmen, so wie heute in Bamberg. Ganz verhindern lassen sich damit aber die Folgen des Warnstreiks nicht. Der findet in der Faschingswoche und damit Ferienwoche statt, die viele nutzen, um Urlaub zu machen.
Verdi: München und Nürnberg noch nicht von Streiks betroffen
Noch nicht auf der veröffentlichten Streikliste stehen die Namen München und Nürnberg. Wann wird in den Ballungsräumen wieder gestreikt, mit erheblich höheren Folgen? Das will Verdi noch nicht verraten.
Aber auch dort müssen Fahrgäste sich wohl auf eine dritte Aktion in dieser Tarifrunde einstellen. Die Warnstreiks würden bis zum nächsten Verhandlungstermin ausgeweitet – so Verdi – jetzt erst einmal außerhalb der Ballungsräume.
Das wollen Gewerkschaft und Arbeitnehmer bei den Tarifverhandlungen
Weiterverhandelt wird am 9. März in Nürnberg. Es geht um einen eigenen Tarifvertrag für rund 10.000 Beschäftigte im Nahverkehr der 20 bayerischen Kommunen, die ihn noch selber betreiben. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 668 Euro mehr im Monat, kürzere Arbeitszeiten und höhere Zuschläge.
„Das Versagen der Politik in puncto auskömmlicher Finanzierung des ÖPNV kann nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, so Katharina Wagner, zuständig bei Verdi Bayern für den Nahverkehr.
Die Arbeitgeber weisen die Forderung angesichts der Kassenlage als nicht finanzierbar zurück. Sie bieten unter anderem ein Plus beim Einkommen von insgesamt 5 Prozent in zwei Schritten und einen Mindestbetrag von 110 Euro. Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern (KAV) setzt auf eine Lösung am Verhandlungstisch. Streiks belasteten die Bevölkerung zu Unrecht. Bei den ersten Warnstreiks kam der Nahverkehr teilweise zum Erliegen.

