„Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche lässt sich der Wohlstand unseres Landes, den wir heute haben, in Zukunft nicht mehr erhalten.“ So sieht es Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Aus seiner Partei gibt es die Forderung, das Recht auf Teilzeit abzuschwächen – und nur noch zu gewähren für Menschen, die beispielsweise Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder sich weiterbilden.
Bei den Wahlberechtigten in Deutschland kommen diese Überlegungen überwiegend nicht gut an, wie der neue ARD-DeutschlandTrend zeigt. 66 Prozent der Befragten sind dagegen. 30 Prozent zeigen sich offen für weniger Teilzeit-Möglichkeiten. Besonders stark ist die Ablehnung bei Anhängern von Linken und Grünen – aber auch bei den Unions-Anhängern ist mit 41 Prozent nur die Minderheit für ein abgeschwächtes Recht auf freiwillige Teilzeit.
Mehrheit will leichtere Einwanderung für ausländische Fachkräfte
Wie dann die Beschäftigung in Deutschland stärken und die Wirtschaft ankurbeln? In einem Punkt sind sich nahezu alle Befragten einig: Das öffentliche Angebot für Pflege und Kinderbetreuung müsste sich verbessern. 94 Prozent sehen das so. Zwei von drei Befragten sind dafür, ausländischen Fachkräften das Einwandern nach Deutschland zu erleichtern. Keine Mehrheit finden die Ansätze, das Ehegatten-Splitting oder die „Rente ab 63“ (inzwischen eine irreführende Formulierung) abzuschaffen.
Bei der Debatte um die Höchstarbeitszeit fänden es 57 Prozent richtig, wenn es künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit gäbe – man an einzelnen Tagen also auch länger als zehn Stunden arbeiten darf. 37 Prozent sind dagegen. Bei den Anhängern der drei Regierungsparteien – CDU, CSU und SPD – ist eine deutliche Mehrheit dafür.
Grafik: Wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit

