Bei den rund 420 Beschäftigten beim Autozulieferer Mahle in Neustadt an der Donau ist die Unsicherheit weiter groß. Seit längerem steht die Befürchtung im Raum, Mahle wolle den Standort Neustadt aufgeben. Die IG Metall Regensburg und der Betriebsrat in Neustadt wollen jetzt erfahren haben, dass mit einem Investor über den Verkauf des Betriebsgeländes und der Werkshallen verhandelt werde.
Der Investor beabsichtige jedoch nach bisherigen Informationen nicht, den Betrieb zu übernehmen, so die Gewerkschaft, sondern lediglich Immobilien zu erwerben und diese im Rahmen eines Lease-Back-Modells an Mahle zurückzuvermieten.
Gewerkschaft: Erster Schritt in Richtung Standort-Schließung
Die IG Metall sieht darin einen ersten Schritt in Richtung Abwicklung und Verlagerung des Standorts. Dass jetzt Gespräche ohne die Einbindung der Arbeitnehmervertretungen geführt würden, sei ein massiver Bruch vereinbarter Prozesse, so die IG Metall in einer Pressemitteilung.
Peter Meier, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Neustadt, erklärt: „Wer Hallen verkauft, ohne über die Zukunft der Menschen zu reden, plant nicht Zukunft – er bereitet das Gegenteil vor. Wir reden hier über Existenzen, Familien, über ein komplettes Werk. Der Standort darf nicht still und heimlich ausbluten“, so Meier.
Mangel an Folgeaufträgen
Seit Monaten würden Betriebsrat und IG Metall auf belastbare Zukunftsplanungen für das Werk warten. Der Standort sei aufgrund mangelnder Folgeaufträge nicht ausgelastet.
Dabei zeige ein externes Gutachten: Das Werk sei profitabel und wirtschaftlich stärker als vergleichbare Mahle-Standorte in Osteuropa, so die IG Metall. Mahle stellt in erster Linie Komponenten für Fahrzeug-Klimatechnik her.
Mahle-Sprecherin: Noch keine Entscheidung gefallen
Eine Unternehmenssprecherin von Mahle mit Hauptsitz in Stuttgart teilte auf Anfrage nur kurz mit: Die Automobilindustrie befinde sich im Wandel. Daher prüfe Mahle im Rahmen der Transformation alle Optionen. Es sei jedoch noch keine Entscheidung gefallen.

