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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Darum reißt ein Berg in Bayern immer weiter auseinander
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Darum reißt ein Berg in Bayern immer weiter auseinander

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 1. Juni 2025 09:48
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Am Kleinen Nesthorn oberhalb von Blatten im Schweizer Kanton Wallis rumort es schon länger. Von dort seien zuletzt zwei bis drei Millionen Kubikmeter Geröll in die Tiefe gestürzt, sagte der Geologe Fabian Reist in einer Pressekonferenz der Behörden im Kanton Wallis. Wegen der Gefahrenlage war das Dorf im Lötschental bereits am Montag (19. Mai) kurzfristig ganz geräumt worden. Rund 300 Einwohner mussten ihre Häuser verlassen. Am Mittwoch ist dann das „Worst-Case-Szenario“, wie die Behörden vor Ort es nannten, eingetreten. Eine riesige Lawine aus Eis und Geröll verschüttete fast das gesamte Dorf, ein Mensch wird vermisst. Auch in Bayern droht ein Bergsturz – zum Glück nicht auf bewohntes Gebiet.

Inhaltsübersicht
Das „Matterhorn des Allgäus“ zerbricht140.000 Kubikmeter Gestein sind nach und nach in die Tiefe gestürztWas Schweizer und bayerische Berge unterscheidet

Das „Matterhorn des Allgäus“ zerbricht

Seit Jahren reißt der 2.592 Meter hohe Hochvogel bei Bad Hindelang im Oberallgäu am Gipfel immer weiter auseinander. Der Berg ist sehr steil. Er wird schließlich auch als „Matterhorn des Allgäus“ bezeichnet.

Der Riss hat sich über die vergangenen hundert Jahre und verstärkt seit zehn bis zwanzig Jahren gebildet, sagt Professor Michael Krautblatter. Er leitet an der Technischen Universität München den Lehrstuhl für Hangbewegungen. Krautblatter und sein Team überwachen mit Sensoren seit Jahren jede Bewegung am Hochvogel. Er sagt, durch die Schneeschmelze und vermehrte Starkniederschläge reiße eine Spalte an einer sehr steilen Flanke des Bergs immer schneller auf.

140.000 Kubikmeter Gestein sind nach und nach in die Tiefe gestürzt

Die nächsten Ortschaften wären nicht direkt vom Felssturz betroffen, sagen Experten. Dennoch müssten alle rechtzeitig gewarnt werden, insbesondere auch Wanderer und Bergsteiger. Richtige Vorhersagen könne man erst wenige Tage vorher machen, „wenn wir sehen, jetzt beschleunigt er sich wirklich und will runterfallen“, sagt Krautblatter.

Seit der Hochvogel beobachtet wird, seien schon etwa 140.000 Kubikmeter Gestein abgestürzt. Das sind etwa 1.400 Ladungen großer Lkw voll.

Was Schweizer und bayerische Berge unterscheidet

Der Bergsturz in der Schweiz könnte mit dem Auftauen des Permafrosts zusammenhängen, glaubt Krautblatter. Permafrost besteht aus Sedimenten, Gestein oder Erde und unterschiedliche Mengen Eis. Das Eis hält die verschiedenen Schichten in den Bergen wie ein Kleber zusammen. Und wenn das Eis schmilzt, bröckeln die Berge. Am Hochvogel und den meisten anderen Bergen in Bayern ist Permafrost kein Thema, dafür sind sie zu niedrig. Felsstürze aber sind ganz normal in den Alpen.

Laut der Wissensplattform Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft gibt es Permafrost in Deutschland nur auf der Zugspitze. Dort würden zwar auch ständig kleinere Stücke brechen, aber die Forscher gehen davon aus, dass am Hochvogel 260.000 Kubikmeter Fels abbrechen werden. „Das ist der halbe Gipfel, der dann wegbräche, das ist nicht so alltäglich“, erklärt Krautblatter.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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