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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Fällt der Winter aus? So gut sind die Jahreszeitenvorhersagen
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Fällt der Winter aus? So gut sind die Jahreszeitenvorhersagen

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 25. November 2024 09:50
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Der Winter wird mild: Die Temperaturen sollen zwischen 0,5 bis zwei Grad wärmer werden als in bestimmten Vergleichszeiträumen. Das ist das Ergebnis von drei Klimavorhersagesystemen, mit denen der Deutsche Wetterdienst (externer Link) eine Jahreszeitenvorhersage für November bis April gemacht hat. Fazit: Der Winter fällt aus. Wie wahrscheinlich ist das?

Inhaltsübersicht
Wärmerer Winter – mild, mild und nochmals mildWettervorhersagen sind konkret, saisonale Vorhersagen ein TrendWinterwetter: Auf die Wahrscheinlichkeit kommt es auch noch anDer Winter wird mild – wahrscheinlich

Wärmerer Winter – mild, mild und nochmals mild

Das Deutsche Klimavorhersagesystem hat eine Erwärmung von 0,5 bis 1,5 Grad berechnet – bezogen auf die mittlere Temperatur im Vergleichszeitraum von 1991 bis 2020.

Die Vorhersagemodelle des Europäischen und Amerikanischen Wetterdienstes kommen sogar auf Plusgrade von ein bis zwei Grad in ähnlichen Vergleichszeiträumen. Wie werden diese saisonalen Vorhersagen berechnet?

Wettervorhersagen sind konkret, saisonale Vorhersagen ein Trend

Wettervorhersagen können über circa sieben Tage sehr sicher das Wetter an einem Ort zu einer bestimmten Zeit vorhersagen. Dazu fließen viele Daten aus der Atmosphäre, wo das Wetter passiert, in die Berechnungen ein.

Bei einer saisonalen Vorhersage, die das Wetter über Monate beschreibt, sei das so nicht möglich, sagt Tobias Selz, Meteorologe im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Die Atmosphäre ist chaotisch. Nach circa zwei Wochen verliert sie quasi das Gedächtnis zu den Anfangsbedingungen. Das konkrete Wettergeschehen ist dadurch nicht mehr vorhersagbar.“

Für eine saisonale Vorhersage werden deshalb Erdsysteme wie der Ozean oder Meereis in die Berechnungen einbezogen. Denn die entwickeln sich viel langsamer. Der Ozean, der jetzt zu warm ist, kühlt beispielsweise nicht innerhalb von ein paar Wochen ab. „Diese langsam sich entwickelnden Systeme führen dazu, dass auch über längere Zeiträume noch eine gewisse Vorhersagbarkeit in der Atmosphäre möglich ist.“ Die Ergebnisse sind dann zum Beispiel Änderungen in der Mitteltemperatur über Wochen und Monate. „Aber die saisonalen Vorhersagen können keine konkreten Wetterereignisse benennen, also zum Beispiel, wie das Wetter an Weihnachten wird.“

Die saisonalen Vorhersagen errechnen auch, mit welcher Wahrscheinlichkeit es kälter, gleich warm oder wärmer wird, bezogen auf einen Vergleichszeitraum.

Winterwetter: Auf die Wahrscheinlichkeit kommt es auch noch an

Vorhersagesysteme bestehen nicht aus nur einer Berechnung. Es können zum Beispiel 40 unterschiedliche Modelläufe berechnet werden. Die unterscheiden sich beispielsweise in den Anfangsbedingungen. Andreas Walter vom Deutschen Wetterdienst erklärt: „Dann kann man bei den Ergebnissen sehen: Von 40 Modellen zeigen 30, dass es im Februar wärmer wird als im Mittel, das zu erwarten ist. Fünf zeigen, dass es kälter wird und fünf zeigen, dass es ungefähr genauso warm wird, wie man es normalerweise im Februar ermittelt.“

So hat für diesen Winter das Europäische Vorhersagesystem mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent berechnet, dass es wärmer wird. Tobias Selz ordnet das so ein: „Das heißt aber auch, dass zu 30 Prozent der Winter normal oder kühler als normal werden könnte.“

Es kann also sein, dass es Wintertage mit Schnee und Eis gibt – aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist nicht so hoch. Ob es schneit oder nicht, hängt neben der Temperatur auch davon ab, wie viel Feuchtigkeit in der Luft ist. Und da gäbe es keine Auffälligkeiten für den Winter, sagt Selz. „Es wird wahrscheinlich weder besonders nass noch besonders trocken. Aber wenn es wärmer ist, heißt es natürlich, dass Schnee nur in den Höhen liegt und es in tieferen Regionen regnet.“

Der Winter wird mild – wahrscheinlich

Dass der Winter ausfällt, ist also ein wenig überspitzt. Aber die Behauptung rüttelt auf. Denn hinter dem zu erwartenden milden Winter steckt der Klimawandel. „Wenn wir eine andere Bezugsperiode wählen, zum Beispiel vorindustriell, dann müssten wir circa 1,5 bis zwei Grad obendrauf rechnen. Dann wären wir bei einem vier Grad wärmeren Winter als vorindustriell“, sagt Andreas Walter.

Saisonale Wettervorhersagemodelle können also einen Wettertrend über einen längeren Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit sehr gut berechnen. Jetzt muss man sehen, wie der milde Winter sich konkret gestaltet.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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