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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Leisure Sickness: Darum werden wir im Urlaub krank
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Leisure Sickness: Darum werden wir im Urlaub krank

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 4. Juli 2025 08:48
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Krank im Urlaub oder an den freien Tagen – rund 72 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland kennen dieses Phänomen, ergab eine jetzt veröffentlichte Studie der IU Internationalen Hochschule mit Hauptsitz in Erfurt (externer Link). Jeder Fünfte der Befragten gab sogar an, an freien Tagen – im Urlaub, am Wochenende oder in der Freizeit – oft oder immer müde, erschöpft oder krank zu sein. Was steckt hinter der „Leisure Sickness“, der sogenannten Freizeitkrankheit, und was kann man dagegen tun?

Inhaltsübersicht
Die häufigsten Symptome von Leisure SicknessDie Ursachen der FreizeitkrankheitJunge Menschen fühlen sich verpflichtet, ständig erreichbar zu seinBeträchtliche Steigerung von Leisure Sickness seit 2002Tipps, was man gegen die Freizeitkrankheit tun kann

Die häufigsten Symptome von Leisure Sickness

Die häufigsten Symptome der Freizeitkrankheit sind Müdigkeit, Erschöpfung und Schlafprobleme. Das ergab auch die aktuelle Studie. In der Umfrage gaben die meisten (71,9 Prozent) der rund 2.000 Befragten im Alter zwischen 16 und 65 Jahren an, schon einmal das Gefühl gehabt zu haben, an freien Tagen oder im Urlaub krank zu werden oder sich erschöpft zu fühlen. Über ein Drittel litt unter Müdigkeit beziehungsweise Erschöpfung (36,1 Prozent). Es folgten Schlafprobleme (27,6 Prozent), Reizbarkeit (18,9 Prozent), Kopfschmerzen (16,7 Prozent) und Erkältungssymptome (14,2 Prozent).

Die Ursachen der Freizeitkrankheit

Körperliche Ursache von Leisure Sickness ist der plötzliche Abfall von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, vermuten Wissenschaftler. Auch Stefanie André, Professorin für Gesundheitsmanagement an der IU. Es sei „ein Stressreaktionsmuster“, sagt die Forscherin. In der Phase von zu hoher Belastung und Anspannung seien die Hormone Adrenalin und Cortisol „in einer sehr hohen Konzentration im Körper vorhanden“, der Sympathikus laufe unter Anspannung. Nach der Stressphase „möchte das der Körper regulieren. Dann sind wir infektanfällig und deutlich empfänglicher für Krankheitssymptome“, erklärt André. Langfristig könne es dadurch auch zu anderen Stress- und chronischen Erkrankungen kommen, wie zum chronischen Erschöpfungssyndrom, zu Depressionen oder Burnout.

Neben der körperlichen Ursache spielt wohl auch der Stress im Arbeitsalltag eine Rolle. So sieht jeder dritte Befragte in der Studie (33,7 Prozent) den hohen Arbeitsdruck als mögliche Ursache für die an den freien Tagen oder der Freizeit auftretenden Krankheits- beziehungsweise Erschöpfungssymptome. Mehr als die Hälfte der Befragten (54,4 Prozent) gab an, dass er sich durch die ständige Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit in seiner Erholung beeinträchtigt fühlt.

Junge Menschen fühlen sich verpflichtet, ständig erreichbar zu sein

Besonders junge Menschen können laut der Studie offenbar nicht gut abschalten. 42,6 Prozent der unter 25-Jährigen fühlen sich demnach verpflichtet, auch in der Freizeit erreichbar zu sein. Bei den älteren Studienteilnehmern waren es „nur“ 33,5 Prozent. Zudem gaben viele jüngere der Befragten an, sich in ihrer Freizeit nicht erholen zu können.

„Das Bild dieser besonders arbeitsmüden Generation Z können wir mit Blick in unsere Studie definitiv nicht bestätigen. Denn der Tatsache, dass das aktive Freizeitverhalten wenig bis gar nicht als regenerierend empfunden wird, steht gegenüber, dass gerade diese Altersgruppe davon berichtet, dass sie in dieser Dauererreichbarkeitsschlaufe feststecken und einen hohen Anspruch an Leistungen und Arbeitsperformance angeben“, kommentiert Stefanie André dieses Ergebnis im BR-Interview.

Beträchtliche Steigerung von Leisure Sickness seit 2002

Schon 2002 untersuchte ein niederländisches Forscherteam um Ad Vingerhoets und Maaike Van Huijgevoort an der Universität in Tilburg die Verbreitung von Leisure Sickness. Damals waren statt der heute rund 70 Prozent gerade einmal drei bis vier Prozent der Befragten von der Freizeitkrankheit betroffen. Allerdings nahmen an dieser Studie auch Rentnerinnen und Rentner teil.

Tipps, was man gegen die Freizeitkrankheit tun kann

Expertin André rät neben Stressreduktion und dem Einlegen von regelmäßigen Pausen zu „aktiven Tätigkeiten“, damit die Regeneration nach einer stressigen Arbeitsphase gelingt. „Kochen, backen, stricken, lesen, spazieren gehen, schlafen – je nachdem, was mir guttut. Das gilt es dann auch in den Alltag zu integrieren“, ist ihr Tipp. Sie mahnt hingegen: „Wir wissen, reines auf der Couch abhängen, chillen, am Handy scrollen, Serien streamen – all das ist nicht wirklich aktive Regeneration und gesundheitsförderlich.“

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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