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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Traumjob Kinderärztin? Beruf mit Herz und viel Verantwortung
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Traumjob Kinderärztin? Beruf mit Herz und viel Verantwortung

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 28. Oktober 2025 09:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Kurz vor acht Uhr morgens beginnt für Malin der Tagdienst in der Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg. Auf ihrer Station „Strand“ werden Kinder ab anderthalb Jahren behandelt – mit Fieber, Atemwegsinfekten und manchmal auch ernsteren Diagnosen. Was genau sie heute erwartet, weiß Malin nicht. Manchmal verläuft die Schicht ruhig, manchmal überschlagen sich die Ereignisse.

Inhaltsübersicht
Warum sich Malin für die Kinderheilkunde entschieden hatEin Tag auf einer KinderstationBerufseinstieg als Ärztin: Der Sprung ins kalte WasserKlinikalltag: Wenn Kinder nicht sagen können, was weh tutBelastung und Motivation als KinderärztinGehalt: Was Kinderärzte beim Berufseinstieg verdienenAusbildung und Facharzttitel: Wie man Kinderärztin wird

Die 27-Jährige arbeitet seit November 2024 als Assistenzärztin in der allgemeinen Kinderheilkunde. Von 2017 bis 2024 hat sie an der FAU Erlangen-Nürnberg Medizin studiert, drei Staatsexamina und ein Praktisches Jahr in Ecuador, Bamberg und Fulda absolviert. Nun steht sie mitten im Klinikalltag – mit Schichtdiensten, Wochenendarbeit und wachsender Verantwortung.

Warum sich Malin für die Kinderheilkunde entschieden hat

Schon im Studium stand für Malin fest, dass sie Kinderärztin werden will, weil sie Freude an der Arbeit mit Kindern hat: „Die Pädiatrie hat ein sehr weites Spektrum – von 800 Gramm leichten Frühgeborenen bis zu 100 Kilogramm schweren 17-Jährigen. Dadurch hat man eine große Bandbreite an Entwicklung.“

Ein Tag auf einer Kinderstation

Nach der Übergabe vom Nachtdienst beginnt ihr Tag mit der Oberarztvisite, Blutabnahmen, Entlassungen und Elterngesprächen. Neue Kinder kommen von der Notaufnahme, Untersuchungen müssen geplant, Laborergebnisse eingeordnet werden. Und immer wieder geht es um Entscheidungen – viele davon trifft Malin allein.

Berufseinstieg als Ärztin: Der Sprung ins kalte Wasser

Der Einstieg in den Klinikalltag sei wie ein Sprung ins kalte Wasser, meint Malin. Das Medizinstudium selbst sei eine gute theoretische Grundlage, aber wenig praxisnah. „Man kennt die Krankheitsbilder auswendig, aber wenn ein Kind mit Fieber vor dir sitzt, ist das eine ganz andere Welt.“ Man lerne täglich dazu – durch Erfahrung, Rückfragen, manchmal durch Fehler.

Schon ab dem ersten Tag muss Malin Entscheidungen treffen – etwa, ob ein Kind nach Hause kann oder stationär bleiben muss. Zwar sind Ober- und Fachärzte auch im Nachtdienst telefonisch erreichbar, doch im laufenden Dienst muss sie lernen, vieles allein einzuschätzen. „Man muss Verantwortung wollen“, sagt Malin. Die Frage, ob man alles richtig gemacht hat, bleibt auch nach Feierabend. Zwar zieht man den Kittel aus, aber die Gedanken bleiben: „Hätte ich das so machen sollen? Hätte ich das anders machen sollen?“

Klinikalltag: Wenn Kinder nicht sagen können, was weh tut

Neben medizinischem Können braucht es in der Kinderheilkunde Eigenschaften wie Entscheidungsstärke, Stressresistenz, Geduld, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und vor allem ein hohes Maß an Empathie. Kinder können oft nicht genau erklären, wo es wehtut. Man muss beobachten, zuhören, interpretieren. Manche Kinder haben keine Lust auf Untersuchungen oder haben Angst vor der Blutabnahme.

Dazu kommen organisatorische Aufgaben, Elterngespräche und viel Dokumentation. Am Computer trägt Malin Befunde ein, schreibt Arztbriefe, füllt Formulare aus. Das gehört dazu, auch wenn es nicht der spannendste Teil der Arbeit ist. „Im Prinzip ist eine gute Dokumentation meine Absicherung“, sagt Malin. Jeder Behandlungsschritt müsse nachvollziehbar sein, um Fehler auszuschließen.

Belastung und Motivation als Kinderärztin

Trotz Schichtdienst, hoher Verantwortung und emotionaler Belastung liebt Malin ihren Beruf. In der Pädiatrie sieht man, wie Kinder sich entwickeln – das sei besonders, sagt Malin. Was sie zusätzlich motiviert, sind die kleinen Momente: „Manchmal kommen Kinder vorbei, umarmen einen, bedanken sich oder erzählen einen Witz – das versüßt den Alltag.“

Aber manche Tage bleiben hängen: „Ich musste einmal kurz vor Schichtende den Eltern sagen, dass ihr Kind eine bakterielle Hirnhautentzündung hat. Solche Momente gehen einem nach.“ Aber das Team helfe, mit stressigen Tagen und belastenden Momenten umzugehen.

Gehalt: Was Kinderärzte beim Berufseinstieg verdienen

Assistenzärztinnen in kommunalen Krankenhäusern verdienen im ersten Jahr, je nach Klinik und Dienstort, rund 5.200 Euro brutto im Monat, hinzu kommen Schicht- und Bereitschaftsdienste. Mit wachsender Berufserfahrung steigt das Gehalt. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt der Durchschnitt später bei rund 7.060 Euro brutto (externer Link).

Ausbildung und Facharzttitel: Wie man Kinderärztin wird

Ein Medizinstudium in Deutschland dauert rund sechs Jahre. Anschließend folgt die Facharztausbildung in der Pädiatrie, die rund fünf Jahre dauert. Erst danach darf man sich Kinderärztin nennen. Ein langer Weg mit großer Berufung. Malins Ziel ist es, die Klinik am Abend mit dem Gefühl zu verlassen, den jungen Patienten gerecht geworden zu sein.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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