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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Niederlande setzen Kontrolle über Chip-Hersteller Nexperia aus
Wirtschaft

Niederlande setzen Kontrolle über Chip-Hersteller Nexperia aus

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 19. November 2025 14:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Im Streit zwischen den Niederlanden und China um die Halbleiterproduktion des Unternehmens Nexperia mit Sitz in Nijmegen hat die Regierung in Den Haag eingelenkt. Wirtschaftsminister Vincent Karremans erklärte, die Ende September verfügte staatliche Kontrolle über Nexperia sei ausgesetzt. Der Streit hatte zu einem ernsten Chip-Mangel geführt, vor allem bei Autoherstellern in Europa.  

Inhaltsübersicht
Peking machte per Exportverbot DruckEuropas Autobranche gingen die Chips aus„Konstruktive Schritte“ auf beiden SeitenAutobauer: Chip-Versorgung bleibt angespannt

Peking machte per Exportverbot Druck

Die Niederlande hatten am 30. September den chinesischen Nexperia-Chef abgesetzt und die Kontrolle über die Firma übernommen. Begründet wurde dies damit, dass der chinesische Wingtech-Konzern, zu dem Nexperia gehört, wesentliche Technologie und Produktionsanlagen des Unternehmens nach China transferieren wolle. Das hätte auch das größte Nexperia-Werk in Hamburg betroffen und die insgesamt 1.600 Nexperia-Arbeitsplätze in Deutschland.

China stoppte auf den Schritt der niederländischen Regierung hin verärgert Exporte von Produkten mit Nexperia-Chips. Dies hatte massive Auswirkungen, denn Nexperia-Halbleiter werden zwar in Europa produziert, zur Weiterverarbeitung dann aber häufig nach China verschickt, bevor sie wieder zu den europäischen Kunden reexportiert werden.

Europas Autobranche gingen die Chips aus

Pekings Exportstopp versetzte daher der Lieferkette vor allem in der ohnehin schwächelnden Autoindustrie einen Schock, weil Nexperia als Großlieferant von einfachen Halbleitern mit seinen Basischips hier einen großen Marktanteil etwa bei elektronischen Steuergeräten hat.

Der Chip-Nachschub der Autobranche nicht zuletzt in Deutschland brach daher weitgehend zusammen, die Unternehmen suchten fieberhaft nach alternativen Lieferanten. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) führte sogar eine Tauschbörse ein, damit sich die Unternehmen gegenseitig aushelfen konnten.

„Konstruktive Schritte“ auf beiden Seiten

Zu einer gewissen Entspannung des Handelskonflikts kam es Anfang November, als die chinesische Regierung die Export-Restriktionen in Form von Ausnahmeregelungen für bestimmte, besonders knappe Chips lockerte, woraufhin sich die Liefer-Situation für europäische Kunden etwas verbesserte, obwohl weiter Probleme bestehen.

Angesichts dieser „jüngsten Entwicklungen“, so der niederländische Minister Karremans, habe man es nun für angebracht gehalten, „einen konstruktiven Schritt zu unternehmen“ und deshalb als „Zeichen des guten Willens“ gegenüber Peking die staatliche Kontrolle über Nexperia vorerst beendet.

Dieser Entscheidung seien „konstruktive Verhandlungen“ mit der chinesischen Seite vorausgegangen, sie sei zudem „in enger Absprache mit unseren europäischen und internationalen Partnern“ erfolgt. Der konstruktive Dialog mit der chinesischen Seite solle in den kommenden Monaten fortgesetzt werden. 

Autobauer: Chip-Versorgung bleibt angespannt

Die Niederlande hatten erst in dieser Woche eine hochrangige Delegation nach Peking entsandt, um weitere Gespräche zu führen. Ob die Abgabe der staatlichen Kontrolle über Nexperia nun zu einem raschen und vollständigen Ende der Chip-Krise führt, muss sich erst noch zeigen. Bisher gibt es weiterhin Stockungen. Erst am Dienstag hatte VDA-Geschäftsführer Marcus Bollig erklärt, die Versorgungslage sei weiterhin angespannt. Für eine Entwarnung sei es zu früh

Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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