Alexander Held gehörte zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Er war ein überaus fleißiger und stets gefragter Darsteller, den man selten in seinem Anwesen in den Tiroler Bergen nahe der bayerischen Grenze antraf.
Begonnen hatte der gebürtige Münchner seine Karriere nach der Schauspielausbildung an der Falkenberg-Schule in der bayerischen Landeshauptstadt. Sein erstes Engagement erhielt er 1980 an den dortigen Kammerspielen. Zuvor war er während seiner Schulzeit Solo-Sänger bei den Regensburger Domspatzen und zudem ein talentierter Fußballspieler in der Jugend des Fußballklubs 1860 München.
Die Rolle des Bösen
Nach den im Schauspielbetrieb üblichen Wanderjahren am Theater und kleineren Rollen war er zum ersten Mal 1993 in der Thrillerreihe „Morlock“ neben Götz George zu sehen. Dann besetzt ihn Steven Spielberg im selben Jahr in „Schindlers Liste“ als Soldaten des NS-Systems. Diese Besetzung brachte ihm in der Folge zahlreiche ähnliche Rollen von Funktionsträgern des NS-Regimes ein – so etwa im Fernseh-Zweiteiler „Die Gustloff“, in Oliver Hirschbiegels Hitler-Film „Der Untergang“ oder im Kino in „Sophie Scholl – die letzten Tage“ als Vernehmer der jungen Widerstandskämpferin.
Geschichtsfilme, Komödien – und ein ironischer Polizist
Dieses Historiendrama, ausgezeichnet auf der Berlinale und nominiert für den Oscar, war ein Karrieresprung für Alexander Held. In der Folge wirkte er bei zahlreichen Produktionen etwa von Bernd Eichinger oder Joseph Vilsmaier mit. Er arbeitet aber auch mit Margarete von Trotta oder Sönke Wortmann und spielte in Michael „Bully“ Herbigs „Der Schuh des Manitu“ den Schriftsteller Karl May.
2014 fand der höchst wandelbare Schauspieler mit der markanten Stimme und den weichen Gesichtszügen dann SEINE Rolle: die des Hauptkommissars Schaller in der ZDF-Reihe „München Mord“. Für diese Rolle des ironischen Polizisten, der eigene Wege geht, erhielt Alexander Held vor zwölf Jahren den Bayerischen Fernsehpreis in der Kategorie „Serien und Reihen“. Vor drei Jahren, 2023, wurde er dann dafür mit dem Ehrenpreis beim Deutschen Fernsehkrimi-Festival ausgezeichnet.
Charmant im Leben, sinister im Film
Im Privatleben und seiner Wahlheimat Tirol war Held – den der plötzliche Tod seiner geliebten Frau Patricia 2014 schwer gezeichnet hatte – ein höchst nahbarer, sehr charmanter und fideler Charakter. Ganz anders als seine bekannten Krimi-Figuren, denen er mit scharfem Blick meist ein sinistres Profil verlieh.
Wie der eng mit ihm befreundete TV-Produzent Sven Burgemeister der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, ist Alexander Held bereits am vergangenen Dienstag im Alter von 67 Jahren überraschend nach kurzer Krankheit gestorben. Mit ihm verliert der deutsche Film einen Schauspieler, der beim Publikum ebenso beliebt war wie bei der Kollegenschaft.

