Wenige Tage ist es her, da war Technik-Journalist Brian Cheung bei NBC News (externer Link) unsicher, ob das vor rund einem Jahr für August 2025 angekündigte „Trump Mobile T1“ jemals herauskommen würde. So mancher der offenbar rund 590.000 Vorbesteller des Trump-Phones war verärgert, wie der TikTok-Kanal von BR24 erst kürzlich berichtete. Der Trump-Mobile-Kundenservice konnte Journalist Cheung noch am 12. Mai 2026 auf Nachfrage keinen Veröffentlichungszeitplan nennen.
Keine Woche später hält er dann aber doch das goldene Smartphone in der Hand. Als einer der Ersten weltweit konnte Cheung das Handy in Augenschein nehmen und einem Praxischeck unterziehen (externer Link, Bezahlinhalt). Und der fällt überraschend aus.
Funktionstüchtiges Handy mit überraschenden Design-Entscheidungen
Der (wohl) weniger überraschende Teil ist: Das Gerät funktioniert. Es tut, was ein Smartphone tun soll. Anrufe, Textnachrichten, Internet „normal“, so Cheung. Die 50-Megapixel-Kamera mache „ziemlich gute Fotos““, so der Journalist. Das Handy ist 6,78 Zoll groß und bietet mit 512 GB verhältnismäßig viel Speicherplatz für die 499 US-Dollar, die es kostet.
Die App von Truth Social, Trumps eigenem sozialen Netzwerk für Tiraden und Drohungen an Feinde und Verbündete, ist vorinstalliert. Der Name Trump ist auf dem goldenen Handy mehrfach zu lesen. Irritierend dürfte gerade für strenge US-Patrioten sein, dass die ebenfalls aufs Handy gedruckte US-Flagge nur elf statt 13 Streifen hat.
Doch nicht „Made in the USA“
Größer dürfte die Enttäuschung bei vielen aber über eine andere Tatsache sein: Anders als bei der Vorstellung des Handys im Juni 2025 von Trumps Söhnen Donald Jr. und Eric angekündigt, ist das Trump-Handy nicht „Made in the USA“.
Dies hatte sich bereits angekündigt. Im Laufe der vielen Monate, die die Vorbesteller vergeblich auf das Trump Phone warteten, verschwand das „Made in the USA“-Versprechen von der offiziellen Website. Die nun verschickte Version ist wohl „Assembled“, also zusammengesetzt, in den USA, was wohl bedeutet, dass ein Endteil des Produktionsprozesses dort stattgefunden hat.
HTC-Handy im Goldgewand?
Ein wirklich eigenständiges Handy scheint das Trump Phone aber ohnehin nicht zu sein. Shahram Mokhtari vom Reparaturdienst iFixit geht laut NBC News davon aus, dass es sich um eine leicht veränderte Version des taiwanesischen HTC U24 Pro handelt.
Darauf würden etwa die Seitenknöpfe, das Display, die Ladebuchse und der Klinkenanschluss für Kopfhörer mit Kabel hindeuten. Letzteres eine Funktion, die in Zeiten von Bluetooth-Kopfhörern relativ exzentrisch wirkt. Lediglich bei der Platzierung von Kameras und Blitz sieht der Experte leichte Unterschiede. Die USA geben derzeit laut Mokhtari ohnehin gar keine Möglichkeit, „aus dem Nichts“ ein Handy herzustellen. Weder HTC noch Trump Mobile reagierten auf Anfragen von NBC News.
Das HTC U24 Pro kam 2024 auf den deutschen Markt und ist laut Tests von Chip und Computer-Bild ein Mittelklasse-Handy mit einigen netten Zusatz-Features. Aktuell ist es bei Portalen wie eBay für rund 400 Euro erhältlich. Auf den Goldrücken, die Trump-Schriftzüge und die elf-streifige US-Flagge muss man bei diesen Versionen allerdings verzichten.

