Der staatliche Tankrabatt hat Autofahrern nach Einschätzung des Münchner ifo-Instituts nur eine „überschaubare“ finanzielle Entlastung gebracht.
Geringe Entlastung kostete 1,6 Milliarden Euro
Bei BR24 im BR-Fernsehen bezeichnete der Leiter der Forschungsgruppe Steuer- und Finanzpolitik beim ifo-Institut Florian Neumeier den Tankrabatt als „sehr teure Maßnahme“, die den Staat in zwei Monaten rund 1,6 Milliarden Euro gekostet habe.
Die Entlastungswirkung sei im Gegenzug „gering“ gewesen. Als Beispiel rechnete Neumeier vor, dass ein Autofahrer bei einer monatlichen Fahrleistung von 1.000 Kilometern und einem Verbrauch von sechs Litern Superbenzin nur rund 10 Euro gespart habe.
Mineralölkonzerne haben Teil des Rabatts kassiert
Zudem sei die Steuersenkung nur unvollständig an die Verbraucher weitergegeben worden, insbesondere beim Diesel. Dies bedeute, „dass ein Teil des Tankrabatts bei den Mineralölkonzernen gelandet ist“. Auch ein möglicher dämpfender Effekt auf die Inflation sei wegen der wieder ansteigenden Preise „überschaubar“.
Benzin schon vorab wieder verteuert
Neumeier hält es daher für richtig, dass der Tankrabatt nun ausläuft. Generell stelle sich die Frage, ob der Staat „überhaupt bei jeder Krise eingreifen muss und eingreifen sollte“, insbesondere bei einem vermutlich nur „temporären Preisschock“.
Am 1. Juli erwartet der Experte keinen plötzlichen Anstieg um die volle Höhe der wegfallenden Steuer. „Ich erwarte keinen Preissprung um 17 Cent am 1. Juli“, so Neumeier. Die Mineralölkonzerne hätten in den vergangenen Tagen einen Teil der Steuererhöhung bereits „vorweggenommen“.
Neuauflage des Tankrabatts verzichtbar
Von einer Neuauflage des Rabatts rät der Ökonom ab. Sollte es zu einer dauerhaften Ölverknappung kommen, könne man über langfristig wirkende Maßnahmen nachdenken. „Auf die Einführung eines neuen Tankrabatts würde ich verzichten“, betonte Neumeier.

