Aber auch: Unklarheit, Sorgen und Ängste
Unabhängig davon, wie gespendet wird, haben manche User Bedenken, dass ihre Organe wegen ihres Alters nicht mehr gespendet werden könnten. So schreibt Erika über den BR24 WhatsApp-Channel, dass sie bereits 72 Jahre alt sei, „meine alten Teile braucht keiner mehr!“ Wichtig zu wissen ist aber: Für die Organspende gibt es keine feste Altersgrenze. Entscheidend ist der Zustand der Organe. Die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) teilt mit, dass die bisher älteste Organspenderin Deutschlands 98 Jahre alt gewesen sei.
Andre berichtet in einer Sprachnachricht auf BR24 Instagram, dass er die Organspende zwar generell gut finde, aber: „Ich habe Angst, dass Menschen mit mehr finanziellen Mitteln [bei der Organ-Vergabe] bevorzugt werden könnten.“ Dieser Gedanke kam bei manchen auch auf, als die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit kürzlich innerhalb von nur zwölf Tagen eine neue Lunge erhielt.
In Deutschland liegt da die Wartezeit laut DSO bei mehreren Monaten, das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart schreibt auf seiner Website sogar von bis zu zwei Jahren. Dass es für Mette-Marit so schnell ging, liegt unter anderem am Spendenaufkommen: In Norwegen gilt die Widerspruchsregelung. Außerdem kann dort eine Spende auch bei einem Herzkreislaufstillstand erfolgen. Dabei können Menschen, die eine lebenserhaltende Therapie beenden lassen, zuvor einer Organspende zustimmen. In Deutschland ist eine Spende nur nach einem festgestellten Hirntod möglich.
Die Organvergabe hierzulande erfolge nach Erfolgsaussicht, Dringlichkeit sowie Chancengleichheit, erklärt die DSO. Einen „Promi-Bonus“ oder eine kürzere Wartezeit gegen Geld, wie von manchen vermutet, gebe es nicht.
Das Warten auf ein Organ
Claudia berichtet uns noch, dass ihre Schwester gestorben sei, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ bekommen habe. Es wird geschätzt, dass in Deutschland täglich zwei bis drei Menschen, die auf der Warteliste stehen, versterben, weil es kein Spenderorgan für sie gibt.
Und Henning erzählt in einer ausführlichen Sprachnachricht an BR24, dass er wegen einer Autoimmunkrankheit auf die Dialyse angewiesen war. Er stand fast zehn Jahre auf der Warteliste für eine neue Niere – ohne Rückmeldung. Vergangenes Jahr hat ihm sein Bruder eine Niere gespendet: „Wir sind als Brüder sowieso schon sehr eng, aber durch so eine Sache wächst man noch enger zusammen in seinem Verhältnis.“

